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Ratgeber

Kann der Willensvollstrecker gegen Erben entscheiden?

Wir sind eine Erbengemeinschaft mit externem Willensvollstrecker. Wir Erben möchten ein Haus aus der Erbmasse in Eigenregie zu verkaufen. Der Willensvollstrecker will jedoch einen Makler beauftragen und zudem für seine eigenen Dienste Honorar verrechnen. Müssen wir das akzeptieren?
Claudio Stocker

Die Beauftragung eines Maklers durch den Willensvollstrecker müssen Sie nicht akzeptieren. Der Erblasser kann in einer letztwilligen Verfügung eine Person mit der Vollstreckung seines Willens beauftragen. Der Willensvollstrecker hat den Nachlass gemäss dessen Anordnungen zu verwalten, abzuwickeln und zu teilen. Wird in der letztwilligen Verfügung die Willensvollstreckung ohne weitere Angaben angeordnet, so beinhaltet sie den gesamten Bereich der Nachlassabwicklung und der Durchführung der Erbteilung.

Persönliche Amtsausübung

Sein Amt hat der Willensvollstrecker grundsätzlich persönlich auszuüben. Erachtet er den Beizug einer Hilfsperson (so etwa eines Maklers für den Verkauf eines Grundstücks) für eine professionelle und rasche Abwicklung als erforderlich, so ist der Willensvollstrecker an sich dazu befugt.

Willen der Erben

Bei der Ausübung seiner Tätigkeit hat der Willensvollstrecker aber auch die Wünsche der Erben zu berücksichtigen, sofern diese mit dem Gesetz vereinbar sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn unter den Erben Einigkeit in Bezug auf die Verwaltung und/oder die Teilung des Nachlasses besteht.

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber, Luzerner Zeitung, Maihofstrasse 76, 6002 Luzern. E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage Ihre Abopass-Nummer an.

Da der Erblasser im Testament in Bezug auf den Verkauf des Hauses keine besonderen Anordnungen (etwa Beizug eines Maklers) getroffen hat und sich alle Erben darin einig sind, das Haus ohne Beauftragung eines Maklers zu verkaufen, hat sich der Willensvollstrecker nach diesen übereinstimmenden Wünschen der Erben zu richten.

Unter behördlicher Aufsicht

Der Willensvollstrecker untersteht einer behördlichen Aufsicht. Missachtet der Willensvollstrecker den übereinstimmenden Wunsch aller Erben, das Grundstück ohne Beauftragung eines Maklers zu veräussern, so können Sie bei der Aufsichtsbehörde eine Beschwerde gegen den Willensvollstrecker wegen Pflichtverletzung einreichen.

Angemessene Vergütung

Der Willensvollstrecker hat für seine Tätigkeit Anspruch auf eine angemessene Vergütung. Dazu gehört auch der Ersatz der Auslagen und Spesen. Bei der Beurteilung der Angemessenheit der Vergütung ist insbesondere dem notwendigen Zeitaufwand, der Komplexität der Verhältnisse, dem Umfang und der Dauer das Auftrags sowie der damit verbundenen Verantwortung Rechnung zu tragen.

Honorarabzug möglich

Handelt der Willensvollstrecker nachlässig oder fehlerhaft, indem er beispielsweise Handlungen vornimmt, die weder dem Willen beziehungsweise den Anordnungen des Erblassers entsprechen, noch im Interesse der Erben oder anderen an der Erbschaft Beteiligten erfolgen, so ist ein Honorarabzug gerechtfertigt.

Sein Amt hat der Willensvollstrecker grundsätzlich persönlich auszuüben. Erachtet er den Beizug einer Hilfsperson als notwendig, ist er dazu grundsätzlich berechtigt. Bei der Ausübung seiner Tätigkeit hat der Willensvollstrecker aber auch die Wünsche der Erben zu berücksichtigen. Sind sich diese einig, ein Haus ohne Makler zu verkaufen, muss sich der Willensvollstrecker danach richten. (red)

* Dr. iur. Claudio Stocker Rechtsanwalt und Notar, Brack & Partner AG, Luzern, www.brackpartner.ch

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