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Ratgeber

Jobfrust meines Mannes belastet unsere Beziehung

Mein Mann (58) beklagt sich immer öfter über seine Arbeit. Mir scheint, er wartet nur noch aufs Wochenende, auf die Ferien und auf die Pensionierung. Das Ausharren macht ihn passiv und unzufrieden. Diese Stimmung führt auch zu Spannungen in der Beziehung. Wie kann ich ihn aus seiner passiven Haltung herauslocken?
Andrea Munz*

Ihr Mann scheint auf bessere Zeiten zu warten, da einiges in seinem beruflichen Umfeld nicht seinen Vorstellungen entspricht. Gibt es die aktiven, zufriedenen Zeiten am Wochenende noch oder betrübt die Aussicht auf den Wochenbeginn bereits die Stimmung am Sonntag?

Andrea Munz.

Andrea Munz.

So wie Vorfreude Energie gibt, so kann Unzufriedenheit viel Kraft rauben. Mit unserer Einstellung können wir das verstärken. Wenn man davon ausgeht, dass es Dinge gibt, die man hinnehmen muss und Dinge, die man selbst verändern und beeinflussen kann, öffnen sich Gestaltungsspielräume.

Negatives eindämmen

Es ist sehr anspruchsvoll, mental Gegensteuer zu geben, wenn man in einer unguten Stimmung ist, aber es ist möglich. Zum Beispiel indem man die «Jammer-Zeitfenster» einschränkt und sich vornimmt, nicht den ganzen Abend, sondern «nur» eine halbe Stunde über negative Erlebnisse zu reden. Vielleicht tut es auch gut, einen Tag am Wochenende gar nicht über die Arbeit zu sprechen. Manchmal können Phasen des negativen Grübelns auch unterbrochen werden, indem man sich fragt, wozu das viele Nachdenken eigentlich nützlich ist. Bezieht sich das Nachdenken auf eine Lösungssuche oder dient es hauptsächlich dazu, die immer gleichen Gedankengänge zu wiederholen und die bereits gefasste Meinung zu bestätigen?

Überlegen Sie sich, welche Tätigkeiten Ihnen und Ihrem Mann früher Freude gemacht haben und integrieren Sie solche Momente stärker in den Alltag. Manchmal tut es auch gut, sich vor dem Schlafen zu überlegen, für welche drei Dinge man heute dankbar ist. Damit richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf positive Aspekte.

Konkrete Ziele setzen

Worauf wartet Ihr Mann? Hat er ein konkretes Ziel? Ziele helfen, unsere Energien zu bündeln. Dies kann bedeuten, dass er abklärt, wie lange er noch arbeiten muss, damit Sie finanziell für die Pensionierung angemessen vorbereitet sind. Ein anderes Ziel könnte die Abklärung sein, ob in seinem Betrieb eine andere Tätigkeit oder vielleicht eine Pensumreduktion möglich wäre.

Für das lange Ausharren in einer unbefriedigenden Situation zahlen Sie beide einen hohen Preis punkto Lebensqualität, Gesundheit und Beziehungen. Könnten Sie nicht eher wieder etwas aktiver werden und auch für einen Ausgleich zum Arbeitsleben sorgen, etwa indem Sie Hobbys und soziale Beziehungen pflegent?

Samuel Beckett zeigt in seinem Stück «Warten auf Godot» zwei Personen, die nicht genau wissen, wer Godot ist. Und sie getrauen sich nicht, wegzugehen, da sie vielleicht die Ankunft von Godot verpassen könnten. Die Folge ist, dass sie ihre Wartezeit nicht gestalten, blockiert ausharren und sich nichts an der Situation verändert. Ihnen und Ihrem Mann wünsche ich Kraft und Mut, Dinge aktiv zu gestalten, die sie beeinflussen können. Und Geduld im Aushalten von Situationen, in denen dies nicht geht.

* Andrea Munz ist lic. phil. Psychologin, Supervisorin, Organisationsberaterin BSO, Coach, www.andreamunz.ch.

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