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Ratgeber

Ich leide an feurig heissen Zehen mit Taubheitsgefühl

Gegen Abend habe ich (76, w) häufig Probleme mit meinen Zehen, plötzlich werden sie heiss, fast wie ein Feuer, und dabei habe ich meistens ein Taubheitsgefühl, aber keine Schmerzen. Kaltes Abduschen und kühlende Crèmes helfen nicht. Mein Hausarzt sagte mir, da könne man nichts machen. Ist das wirklich so?
Dr. med. Regine Class*
Regine Class.

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Gefühlsstörungen in den Zehen und auch Füssen sind ein häufiges Problem. Oft ist die Ursache eine Erkrankung vor allem der langen Nervenstränge an den Beinen. Die Störung wird Polyneuropathie genannt, denn es können viele verschiedene Nervenarten betroffen sein.

Neben den genannten Hitzegefühlen kann es eine Reihe weiterer Beschwerden geben: Kälte- und Taubheits­gefühl, Kribbeln, verminderte Schmerz- oder Temperaturempfindlichkeit, aber auch Stand­unsicherheit, Zehenschwäche, Hautverfärbungen und Störungen des Haar- oder Nagelwachstums. Typisch ist die Zunahme der Missempfindungen in Ruhe.

Eine Polyneuropathie ist Ausdruck einer genetisch bedingten oder im Lauf des Lebens erworbenen Stoffwechselstörung der Nervenzelle. Häufigste Ursache bei uns ist die Zuckerkrankheit (Diabetes), gefolgt von übermässigem Alkoholkonsum, seltener sind entzündliche Erkrankungen, gewisse Vitamin- oder Hormonmangelzustände, aber auch einige Zytostatika (sie werden in der Krebsbehandlung eingesetzt). Da sich schädliche Einflüsse auf die Nerven mit der Zeit summieren, sind Poly­­neuropathien im höherem Alter häufiger. Dabei werden zum Teil falsche Informationen – zum Beispiel Hitze oder Kälte – zum Hirn gemeldet, oder die Informationen fallen ganz aus.

Durchblutungsstörung ist nicht die Ursache

Die Symptome der Polyneuropathie werden entgegen der weit verbreiteten Ansicht also nicht von Durchblutungsstörungen hervorgerufen. Im Einzelfall, vor allen bei Diabetikern, kann aber eine Untersuchung beim Gefässspezialisten gleichwohl sehr sinnvoll sein.

Der Neurologe kann die Symptome einer Polyneuropathie von anderen Nervenstörungen abgrenzen. Je nach vermuteten Ursache wird er oder der Hausarzt Laboruntersuchungen oder weitere Abklärungen veranlassen. Bei etwa 40 Prozent der Patienten mit einer Polyneuropathie findet man allerdings keine zu Grunde liegende Krankheit.

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Schreiben Sie an: Ratgeber, Luzerner Zeitung, Maihofstrasse 76, 6002 Luzern. E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch. Bitte Anfragen mit Abopass-Nummer.

Die Behandlung der Polyneuropathie besteht in der bestmöglichen Therapie der Grunderkrankung, etwa der optimalen Blutzuckereinstellung bei Diabeteskranken. Symptome wie Brennen und Kribbeln können mit Medikamenten gelindert werden, gerade auch dann, wenn keine Grunderkrankung gefunden wird.

Die Haut an den Füssen von Polyneuropathie-Betroffenen ist häufig trocken und rissig. Gleichzeitig werden Druckstellen und Verletzungen der Füsse weniger gut wahrgenommen. Am wichtigsten ist daher die tägliche Inspektion der Füsse, sinnvollerweise mit einem Spiegel. Fussbäder sollten nicht zu heiss sein und nicht mehr als drei Minuten dauern. Die Füsse sollen mit einem weichen Handtuch abgetupft und nicht abgerieben werden (Zehenzwischenräume nicht vergessen). Die Schuhe sollen bequem sein.Vor dem Anziehen sollte man sie auf Fremdkörper wie kleine Steinchen untersuchen. Wichtig ist eine schonende Fuss- und Nagelpflege. Hornhaut sollte man nicht selbst entfernen, und Verletzungen an den Füssen nicht selber behandeln.

Brennen und Kribbeln in den Füssen sind Ausdruck einer Nervenfunktionsstörung und können verschiedene Grunderkrankungen als Ursache haben. Medikamente können unangenehme Missempfindungen lindern helfen. Wichtig ist eine eingehende Abklärung.

* Dr. med. Regine Class, Allgemeine Innere Medizin Medicum Wesmlin, Luzern. www.medicum-wesemlin.ch

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