Ratgeber

Gruppen- und/oder Einzelrechnung im Restaurant?

Ich arbeite in der Gastronomie. Wir dürfen viele Gruppen in unserem Haus begrüssen. In letzter Zeit ist es eine Unart geworden, dass etliche Gäste am Schluss eine Einzelrechnung verlangen, obwohl wir uns im Vorfeld auf eine Gesamtrechnung geeinigt haben. Darf ich die Rechnung einfach auf den Tisch legen und den Gesamtbetrag verlangen?

Doris Pfyl*
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Doris Pfyl.

Doris Pfyl.

Rechtlich gesehen ist es einfach: Jeder Gast darf auf einer eigenen, detaillierten Rechnung bestehen. Für Servicefachangestellte ist das in der Regel auch kein Problem – vorausgesetzt, die Gäste ordern es vorab klar so.

Sie sagen, das klappt vermehrt nicht mehr. Die Sache mit dem einzelnen oder gemeinsamen Bezahlen der Restaurantrechnung gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen – oft leider erst, wenn der/die Servicefachangestellte bereits zum Einkassieren am Tisch steht und wartet. Ich gehe mit Ihnen einig: Liegt die Gesamtrechnung bereits auf dem Tisch, ist es zu spät beziehungsweise unfair, jetzt noch Einzelinkasso zu verlangen. Natürlich sollen Ungerechtigkeiten möglichst vermieden werden: Die einzelnen Gruppenmitglieder konsumieren sehr unterschiedlich viel, manche trinken keinen Wein, eventuell gar nur Wasser aus dem Hahn … – kein Wunder, möchten einige weniger bezahlen. Dann gibt es noch jene, die den Geldbeutel erst zücken, wenn alles schon bezahlt ist (eventuell sind genau sie der Grund für das mühsame Verhalten einzelner Gäste?). In meinen Augen ist es nicht zu viel verlangt, dass sich eine Gruppe von Gästen, die zu Beginn mit Ihnen Gesamtrechnung vereinbart hat, am Schluss auch daran hält. Wer das nicht möchte, sollte von allem Anfang an klarmachen, dass er auf Einzelrechnung besteht – so kann man sich in der Gruppe einigen, wie man vorgehen will. Eventuell ergeben sich dann eine Gesamtrechnung für einen Teil der Gruppe und wenige Einzelrechnungen.

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber, Luzerner Zeitung, Maihofstrasse 76, 6002 Luzern. E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch. Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage Ihre Abopass-Nummer an.

An Verständnis appellieren

Sie verrichten keinen einfachen Job. Die Erwartungen der Gäste sind sehr hoch. Es gilt, viele Extrawünsche zu berücksichtigen – und dabei die Geduld nicht zu verlieren und nett zu bleiben. Werden nach Vereinbarung einer Gesamtrechnung schliesslich doch Einzelrechnungen verlangt, dürfen sie meines Erachtens auf das Verständnis Ihrer Gäste bauen. Kommunizieren Sie freundlich, dass die Ansage zu Beginn eine andere war und Sie im Vertrauen darauf den ganzen Betrag auf einen Beleg getippt haben. Zeigen Sie auf, dass es für Sie viel Aufwand bedeuten würde und Sie andere Gäste vernachlässigen müssten, wenn nun alles rückgängig gemacht, einzeln ausgerechnet und eingezogen werden müsste. Bitten Sie Ihre Gäste nett um Hilfe. Sagen Sie, dass Sie auf Unterstützung angewiesen und sehr dankbar sind, wenn die Gäste ihre Konsumation selber ausrechnen und den Gesamtbetrag zusammenlegen. Zumindest ich könnte als Ihr Gast Ihre Situation gut nachvollziehen und wäre gerne bereit, Ihnen entgegenzukommen.

Weitere Stilsünden

Übrigens gibt es für mich kniggetechnisch noch andere Stilsünden der Restaurantbesucher. Gäste, die munter ihr Handy benützen, während die Servicefachkraft am Tisch die Bestellung aufnehmen möchte. Oder Gäste, die sich selber bedienen und durch die Gaststube hetzen, um Salz und Pfeffer zu suchen. Das alles ziemt sich nicht, auch nicht für Stammgäste.

*Knigge-Trainerin, Farb- und Modestilberaterin, Ausbildnerin des Schweizer Fachverbands FSFM, www.imagemodestil.ch

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