Ratgeber

Führerschein auf Probe: Welche neuen Regelungen treten in Kraft?

Mein Sohn hat dieses Jahr die Fahrprüfung erfolgreich bestanden, muss nun aber noch die Weiterbildungskurse machen. Wir haben gehört, dass es diesbezüglich neue Regelungen gibt. Ausserdem möchte die Tochter die Fahrschule mit einem «Automaten» beginnen. Kann sie später auch mit einem handgeschalteten Auto fahren?

Dr. iur. Beat Frischkopf*
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Dr. iur. Beat Frischkopf.

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Der Bundesrat hat im Dezember 2018 beschlossen, die Führerausweisvorschriften zu revidieren. Dabei wurden aufgrund von wachsender Kritik auch die Vorschriften hinsichtlich der Weiterbildungskurse (WAB-Kurse) sowie des Automateneintrags im Führerschein geändert.

Die heutige Zweiphasenausbildung ist seit 2005 in Kraft. Seither wird der Führerausweis nur noch auf Probe erteilt, wobei die Probezeit drei Jahre beträgt. Diese bleibt unverändert, nicht aber die Regelung betreffend die WAB-Kurse: Läuft der Führerausweis auf Probe noch im Jahr 2019 ab, so wird der definitive Führerausweis nur ausgestellt, wenn bis zum 31.12.2019 beide WAB-Kurse 1 und 2 absolviert wurden. Wer einen abgelaufenen Führerausweis auf Probe und noch keinen definitiven Führerausweis besitzt, weil noch nicht beide Kurse absolviert wurden, ist nicht mehr fahrberechtigt. Er kann aber ab dem 1.1.2020 den definitiven Führerausweis beantragen, sofern er den heutigen WAB-Kurs 1 oder den neuen WAB-Tag absolviert hat.

Läuft der Führerausweis auf Probe hingegen erst im Jahr 2020 oder später ab, so muss künftig nur noch der neue WAB-Tag absolviert oder nachgewiesen werden, dass der heutige WAB-Kurs 1 besucht wurde. Wer vor dem 31.12.2019 den Führerausweis auf Probe erworben hat, kann anstelle des neuen WAB-Tages den heutigen WAB-Kurs 1 absolvieren. Die Weiterausbildung muss innerhalb von drei Jahren absolviert werden.

Wer aber im kommenden Jahr einen Führerausweis auf Probe erwirbt, muss die Weiterausbildung neu innerhalb von zwölf Monaten nach Ausstellung des Führerausweises auf Probe absolvieren.

Wie bisher geht es für die Neulenker darum, die Auswirkungen des Bremsweges, die Bedeutung des Abstandhaltens und der Kurvengeschwindigkeit unter realitätsnahen Bedingungen zu erleben. Gefährliche Verkehrssituationen sollen erkannt und vermieden werden können. Dazu soll aber auch das energieeffiziente Fahren geübt werden, was bisher wesentlicher Teil des WAB-Kurses 2 war.

Kurs wird teurer

Die beiden bisherigen WAB-Kurse werden mit anderen Worten in den neuen WAB-Tag integriert. Dieser wird teurer sein als der heutige WAB-Kurs 1. Aus diesen Gründen könnte es, rein finanziell betrachtet, empfehlenswert sein, noch dieses Jahr den aktuellen WAB-Kurs 1 zu besuchen. Dabei lohnt es sich, Angebote verschiedener Anbieter zu vergleichen.

Wer früher die Fahrprüfung mit einem «Automaten» absolviert hatte, durfte danach nur Fahrzeuge mit automatischem Getriebe lenken, nicht aber handgeschaltete. Seit dem 1.2.2019 gilt dies nicht mehr: Die Beschränkung auf Automaten wird nicht mehr im Führerausweis eingetragen. Inhaber eines Führerausweises mit einer derartigen Beschränkung können die Entfernung des Eintrags beim zuständigen Strassenverkehrsamt beantragen.

* Dr. iur. Beat Frischkopf ist Rechtsanwalt; www.frischkopf.ch

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