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Ratgeber

Erbengemeinschaft: Wie können wir das Land behalten?

Wir sind eine Erbengemeinschaft (mit fünf Personen), die ein Grundstück besitzt. Zwei meiner Brüder sind kinderlos verheiratet. Wir möchten sicherstellen, dass das Grundstück im Todesfall in unserer Familie bleibt und nicht zum Teil an den Stamm der eingeheirateten Frauen fällt. Können wir dies mit einem Grundbucheintrag sicherstellen?
Lic. iur. Marcel Vetsch*

Beerben mehrere Erben einen Erblasser, so besteht unter ihnen, bis die Erbschaft geteilt wird, infolge des Erbgangs eine sogenannte Erbengemeinschaft. Die Erbengemeinschaft ist aufgrund ihrer Bestimmung zur Liquidation sowie des schwerfälligen Einstimmigkeitsprinzips gesetzlich lediglich als Übergangslösung konzipiert. Es kann aber durchaus legitime Gründe geben, weshalb Erben einen Nachlassgegenstand während einer längeren Zeitdauer zusammenhalten möchten.

Lic. iur. Marcel Vetsch.

Lic. iur. Marcel Vetsch.

Gemeinschaft auf Zusehen

Häufig, und ich gehe davon aus auch in Ihrem Fall, führen die Erben bei Vorliegen solcher Gründe die Erbengemeinschaft einfach auf Zusehen hin, ohne Vorhandensein einer ausdrücklichen Übereinkunft, weiter. Dies ist grundsätzlich eine zulässige Form der fortgesetzten Erbengemeinschaft. Bei dieser Form der fortgesetzten Erbengemeinschaft bleibt jedoch der jederzeitige Teilungsanspruch der Erben bestehen. Hier besteht demnach bereits ein gewisses Risiko der sofortigen Auflösung unter den derzeitigen Erben.

Wenn ein verheiratetes Mitglied der Erbengemeinschaft verstirbt, ohne Nachkommen zu hinterlassen, sind dessen gesetzliche Erben der überlebende Ehepartner sowie die Eltern. An die Stelle eines vorverstorbenen Elternteils treten die Geschwister, welche allerdings nicht pflichtteilsgeschützt sind. Anstelle des Mitglieds der Erbengemeinschaft sind dann dessen Erben neu als Untererbengemeinschaft ebenfalls Gesamteigentümer des Grundstücks mit einem jederzeitigen Teilungsanspruch.

Keine Vorzugsbehandlung Von Gesetzes wegen und auch nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung besteht bei Grundstücken im Todesfall eines Miterben kein Zuweisungsanspruch bzw. kein «besseres Recht» der bisherigen Gesamteigentümer gegenüber den Erben des verstorbenen Miterben. Ein solcher Anspruch kann auch nicht vertraglich begründet und im Grundbuch eingetragen werden. Überdies bringt auch ein Vorkaufsrecht nichts, da weder der Erbgang noch die Erbteilung einen Vorkaufsfall darstellen.

Neue Rechtsform

Ihr Anliegen ist demnach rechtlich nicht umsetzbar, solange eine fortgesetzte Erbengemeinschaft besteht. Eine Möglichkeit wäre aber die Umwandlung in eine gesellschaftsrechtliche Rechtsform. Wenn es Ihrem und dem Wunsch der anderen Miterben entspricht, die Gemeinschaft auf unbestimmte Zeit weiterzuführen und sich abzusichern, so empfehle ich Ihnen, sich rechtlich beraten zu lassen und die fortgesetzte Erbengemeinschaft in eine gesellschaftsrechtliche Rechtsform umzuwandeln.

* Lic. iur. Marcel Vetsch ist Fachanwalt SAV Erbrecht, Vetsch Rechtsanwälte AG, www.vetsch-rechtsanwaelte.ch

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