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Ratgeber

Er kommt verschwitzt nach Hause und riecht schlecht

Mein Mann arbeitet in einer Werkstatt und kommt jeweils verschwitzt nach Hause. Dann will er umarmt werden. Doch er riecht schlecht. Wenn ich das anspreche, reagiert er verletzt und sagt, ich solle nicht so heikel sein. Muss ich das einfach ertragen? Kann ich ihm verständlich machen, wie unangenehm die Situation für mich ist?
Eugen Bütler*
Eugen Bütler.

Eugen Bütler.

Ihre Zurückhaltung, den Partner nach einem schweisstreibenden Tag zu umarmen, ist verständlich. Doch warum reagieren wir so intensiv auf Gerüche? Unser Geruchssinn liegt im Paläocortex. Das ist laut Biologen der evolutionsgeschichtlich älteste Teil des Gehirns.

Gegen Gerüche können wir uns kaum wehren. Angenehme können mit angenehmen Erinnerungen verbunden sein. Manche denken beim Geruch von Lavendel an ihre Mutter oder Grossmutter, an die Stube, wo sie mit ihnen zusammen waren. Vielen kommen bei Anisgeruch Guetzli und Weihnachten in den Sinn. Frisch gekaufte Rosen halten wir oft schon instinktiv an die Nase.

Es gibt den Ausdruck «den oder die kann ich nicht riechen». Verliebtheit und Offenheit in der Partnerschaft haben mit dem für uns angenehmen Geruch zu tun. Es gibt Situationen, in denen sich die Wahrnehmung verändert. So nehmen Frauen, welche die Pille abgesetzt haben, den Geruch ihres Partners anders wahr. Leider nicht immer als angenehmer.

Keine Lust auf Nähe

Unangenehme Gerüche, die im Zusammenhang mit Körperausscheidungen wie Schweiss entstehen, lassen uns quasi instinktiv «die Flucht ergreifen». In Ihrem Fall leistet sich Ihr Partner den «Luxus», auf die Dusche nach der Arbeit zu verzichten und Ihnen einiges zuzumuten. Dass Sie dann keine Lust auf körperliche Nähe haben, kann man nachvollziehen. Es ist nicht nur rücksichtlos von ihm, sondern für Sie ganz einfach eine Überforderung.

Die Frage stellt sich fast zwangsläufig, ob Ihr Partner auch in anderen Bereichen der Beziehung so auf sich selber bezogen ist. Nimmt er genügend ernst, was Sie möchten?

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber, Luzerner Zeitung, Maihofstrasse 76, 6002 Luzern. E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch. Bitte Anfragen mit Abopass-Nummer.

Bedürfnisse beidseitig klären

Falls nicht, empfehle ich Ihnen folgendes Vorgehen: Schreiben Sie all Ihre Bedürfnisse bezüglich Ihrer Partnerschaft auf. Bitten Sie dann in einem ruhigen Moment Ihren Partner um ein Gespräch. Lassen Sie ihn wissen, was Sie an ihm schätzen, und anschliessend, wo Sie gerne eine Änderung hätten. Bitten Sie Ihren Partner, dasselbe zu tun. Vielleicht fühlt auch er sich in einigen Bedürfnissen von Ihnen nicht ernst genommen.

In diesem Kontext können Sie auch sein Verhalten nach der Arbeit thematisieren. Verhandeln Sie mit ihm, welchen Wunsch Sie ihm als Gegenleistung dafür, dass er nach der Arbeit eine Dusche oder ein Bad nimmt, erfüllen wollen. Möglicherweise entsteht so eine Win-win-Situation. Auf jeden Fall empfehle ich Ihnen, das Ganze nicht auf sich beruhen zu lassen.

Sollte das Thema weiterhin «dicke Luft» erzeugen und Ihr Partner nicht gesprächsbereit sein, ist es Zeit, sich grundsätzlich Gedanken über die Beziehung zu machen. Das jetzige Verhalten Ihres Partners zeugt von einer gewissen Ignoranz Ihren Wünschen gegenüber, was der Beziehung schadet. Stehen Sie zu Ihren Bedürfnissen und bitten Sie Ihren Partner klar, diese zu respektieren.

*Eugen Bütler ist psychologischer Berater, dipl. Ergotherapeut, Theologe und berät Einzelpersonen und Paare: www.buetlercoaching.ch

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