Ratgeber

Ein Hochbeet anlegen: Wie gehe ich vor?

Ich höre oft, dass Hochbeete im Garten sehr vorteilhaft seien – ertragreicher, bequemer zu bestellen und so weiter. Da nun die Gartensaison wieder losgeht, erwäge ich, auch einmal ein solches Hochbeet anzulegen. Wie soll ich das anstellen? Und bringt diese Anbaumethode wirklich Vorteile?

Othmar Ziswiler*
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Othmar Ziswiler

Othmar Ziswiler

Es stimmt, Hochbeete liegen im Trend. Das hat wohl damit zu tun, dass sich der Stellenwert des Gartens verändert hat. Er dient nicht mehr nur der Kultivierung von Gemüse für die Selbstversorgung, sondern ist Teil der Freizeitbeschäftigung und soll Spass machen.

Da kommen Hochbeete gerade richtig. Sie ermöglichen das Ausführen der Arbeiten in aufrechter Haltung – nicht nur für Erwachsene ein Vorteil, sondern auch für Kinder, denn sie können beim Aussäen, Pflanzen etc. besser mithelfen.

Der zweite Vorteil, ertrag­reichere Ernten, ist umstritten. Eingefleischte Hobbygärtner meinen, dies liege bloss daran, dass Hochbeete in aller Regel mit optimalen Erden befüllt sind. Wahrscheinlich wäre der Ertrag in einem Bodenbeet mit derselben Erdmischung etwa gleich hoch. Angenehmer gestalten sich mit Hochbeeten jedoch auch das Jäten und das Schneckeneinsammeln – diese bessere Pflege erhöht den Ertrag natürlich auch.

Da Hochbeete vor allem mit Gemüse und Kräutern bepflanzt werden, stehen sie von Vorteil an einem sonnigen bis halbschattigen Standort in der Nähe des Hauses oder noch besser der Küche. Der Bau eines Hochbeets ist keine Hexerei: Es lässt sich sehr einfach aus imprägnierten Holzbrettern oder SBB-Paletten selber erstellen. Zimmern Sie damit einen rechteckigen Kasten von 75 bis 80 cm Höhe in der gewünschten Grösse. Um die Dauerhaftigkeit zu erhöhen, sollte an der Innenseite eine Noppenfolie angebracht werden, wodurch die Bretter nicht in direktem Kontakt mit der Erde stehen und schneller trocknen.

Verschiedenste Hochbeete werden aber auch in Garten­centern und Gärtnereien angeboten, von kleinen Kräuterkästen auf Beinen/Rädern für den Balkon oder einen hellen Raum bis zu 3 bis 4 Meter langen Kästen aus verschiedensten Materialien. Dazu gibt es dann auch passende Hauben zum Abdecken und Verfrühen der Aus­saaten oder sogar automatische Bewässerungssysteme. Achtung: Günstige Angebote schonen oft nur im ersten Moment das Portemonnaie. Die Bretter sind bisweilen bereits nach wenigen Jahren durchgemodert und müssen ersetzt werden.

Befüllung des Kastens

Beim Auffüllen der Kästen geht man schichtweise vor. Da auf dem Balkon oft auf das Gewicht geachtet werden muss, lohnt sich das Auffüllen bis zirka zur Hälfte mit Blähton. Der Blähton wird mit Vlies abgedeckt und das Hochbeet mit torffreier Erde aus der Gärtnerei oder sehr guter, unkrautfreier Komposterde aufgefüllt. Zum Schluss gibt man eine etwa 15 cm dicke Schicht aus Hochbeeterde oder gesiebtem Kompost darauf.

Für das Hochbeet im Garten verwendet man anstelle des Blähtons zwei Schichten Äste oder grobes Häckselgut, verteilt darauf eine Schicht Grünabfälle, Laub oder feines Häcksel. Dieses Material verrottet und gibt Wärme ab. So wächst das Gemüse im Frühjahr besonders gut. Um auch der Mäuseplage Herr zu werden, verlegt man ganz zuunterst ein verzinktes Mäusegitter. Mit all diesen Massnahmen gedeihen die Pflanzen bestens.

*Othmar Ziswiler ist Leiter Gärtnerischer Detailhandel Jardin Suisse, www.jardinsuisse.ch

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