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Ratgeber

Baustelle: Müssen wir den Lärm ertragen?

In der Nachbarschaft wird ein Neubau errichtet. Der Ausleger des aufgestellten Krans reicht beim Schwenken auch auf unser Grundstück. Müssen wir das dulden? Und welche Ruhezeiten gelten? Manchmal fangen die Arbeiten morgens um 6.30 Uhr an, und beim Betonieren wird ab und zu auch über die Mittagszeit gearbeitet.
Reto von Glutz*

Grundsätzlich sind alle schädlichen sowie nach Lage und Beschaffenheit der Grundstücke oder nach Ortsgebrauch nicht gerechtfertigten Einwirkungen verboten (Art. 684 ZGB). Dass der Kran beim Schwenken auch über ein benachbartes Grundstück reicht, kann das subjektive Empfinden eines Nachbarn gewiss stören.

Normal oder übermässig?

Ob es sich dabei allerdings um eine «normale» oder «übermässige» Einwirkung handelt, ist nach dem durchschnittlichen Empfinden in der Bevölkerung zu beurteilen. Da die Schwenkungen für die Ausführung der Bauarbeiten in der unmittel­baren Umgebung wohl unumgänglich sowie auf diesen Zeitraum wie auch auf die Arbeitszeiten tagsüber beschränkt sind, müssen Sie einen solchen Vorgang wohl oder übel dulden. Dazu empfiehlt es sich, mit der Bauherrschaft und der Baufirma die Situation direkt und vielleicht vor Ort zu besprechen.

Firma ist haftbar

Die für die Kranarbeiten zuständige Firma ist aber auch für die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen im Zusammenhang mit den Kranarbeiten verantwortlich und haftet für allfällige Schäden aus unsorgfältigem Materialtransport usw. über Ihrem Grundstück. Grundsätzlich ist derjenige, der eine Gefahrenlage schafft, auch verpflichtet, die zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um Schäden oder Unfälle zu ver­hindern.

Auch beim durch die Baustelle verursachten Lärm kommt es darauf an, ob es sich um eine «normale» oder um eine «übermässige» Einwirkung handelt, was grundsätzlich nach dem durchschnittlichen Empfinden in der Bevölkerung sowie nach Intensität und Dauer der konkreten Lärmquelle zu beurteilen ist. Die Anwohner einer Baustelle haben zunächst ein Recht auf Baustelleninformation. Unter dem Aspekt des Lärmschutzes ist zum Beispiel relevant, was gebaut wird, wann gebaut wird (Arbeitszeiten), welche Arbeiten ausgeführt werden und was unternommen wird, um den Lärm möglichst zu reduzieren. Zu einer guten Baustellenpraxis gehören strikt eingehaltene Ruhezeiten sowie eine allgemeine Rücksichtnahme seitens des Baustellenpersonals.

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber, Luzerner Zeitung, Maihofstrasse 76, 6002 Luzern. E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage Ihre Abopass-Nummer an.

Auflagen möglich

Die Arbeits- bzw. Ruhezeiten sind in den Polizeiverordnungen der Gemeinden festgehalten. In der Regel dauert die Arbeitszeit von 7 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr, ausnahmsweise bis 19 Uhr. Die Arbeitszeiten können mit einer Auflage im Rahmen der Baubewilligung eingeschränkt werden.

Müssen Arbeiten aus betrieblichen und organisatorischen Gründen innerhalb der Ruhezeiten ausgeführt werden, ist eine Bewilligung der Gemeinde nötig. Bei Widerhandlungen wenden Sie sich am besten direkt an die Bauherrschaft oder die kommunale Baubehörde, welche für die Einhaltung allfälliger Auflagen in der Baubewilligung verantwortlich ist.

* Lic iur. Reto von Glutz Rechtsanwalt Kanzlei Wegscheide, Horw www.kanzlei-wegscheide.ch

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