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Kolumne

«Querbeet»-Kolumne: Vorsicht mit den grünen Souvenirs

In ihrer Gartenkolumne schreibt unsere Autorin Silvia Schaub diese Woche über jene Pflanzen, die man in den Ferien entdeckt und am liebsten gleich mit nach Hause nehmen würde.
Silvia Schaub
Die Allium-Pflanze leuchtet so schön. Wer kann da widerstehen? (Bild: Shutterstock)

Die Allium-Pflanze leuchtet so schön. Wer kann da widerstehen? (Bild: Shutterstock)

Als ich im Frühling an einer Gartenschau im Ausland war, konnte ich den wunderbaren Allium-Pflanzen nicht widerstehen. Auch, weil die besonderen Sorten hierzulande nicht erhältlich sind. Die würden doch perfekt in meinen Garten passen, fand ich. Also habe ich ein paar gekauft. Jetzt wachsen sie prächtig. Ich freue mich schon, sie im nächsten Frühling in voller Blüte zu bewundern.

Solche grünen Souvenirs sind allerdings nicht ganz ohne, musste ich mich belehren lassen. Es ist hinlänglich bekannt, dass man die Finger von Feriensouvenirs wie gefälschten Luxustaschen oder ausgestopften Tieren lassen sollte. Dass auch Pflanzen dazu gehören, wissen viele nicht. Denn so manche von ihnen brauchen eine Einfuhrbewilligung, etwa exotische Orchideen, Kakteen oder Medizinalpflanzen.

So verlockend es ist, eine Vanda-Orchidee aus Bali oder eine Amaryllis aus Mexiko als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen: Sie können sich damit strafbar machen. Nicht nur, dass man mit exotischen Pflanzen ausserhalb der EU Schädlinge einführen könnte wie Frucht- oder Bohrfliegen oder Feuerbrandbakterien, die im Gartenbau Schäden anrichten könnten. Aufgeführt sind die betreffenden 25 000 Pflanzenarten im Cites (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora), einem Artenschutzabkommen, das die Schweiz mit rund 180 Ländern unterzeichnet hat. Solche Verbote machen Sinn, wenn man bedenkt, was gewisse exotische Arten anrichten können. An Gartenzäune halten sich schliesslich manche davon überhaupt nicht und verwildern, breiten sich aus oder verdrängen gar einheimische Gewächse. Neophyten nennt man sie.

Trotz der Verbote werden in der Schweiz immer mehr Verstösse registriert. Während 2015 noch 213 Fälle verzeichnet wurden, waren es 2018 schon 426 Beanstandungen im Reiseverkehr. Und allein in diesem Jahr bis Ende Juni bereits 218. Meist erfolgten sie laut dem Bundesamt für Landwirtschaft, weil kein Pflanzenschutzzeugnis vorhanden war oder es sich um die Einfuhr verbotener Ware handelte. Also behalten Sie solche Ferienerinnerungen lieber im Kopf, oder bannen Sie sie auf ein Foto. Die Pflanzen gedeihen in unseren Breitengraden und klimatischen Bedingungen ohnehin nicht perfekt.

Und die Einfuhr für lebende Pflanzen, die von ausserhalb der EU stammen, wird ab nächstem Jahr noch restriktiver. Ich habe mich bei der Einfuhr der Allium-Pflanzen aber ganz im legalen Bereich bewegt. Sie stehen nämlich nicht auf der Liste, und ich war auf meiner Reise innerhalb der EU, nämlich in England.

Hinweis
Unter www.ezv.admin.ch findet man unter dem Stichwort Cites heraus, ob man sich mit einer Pflanze in legalen oder in illegalen Gefilden bewegt.

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