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Planen auf Papier

Viele koordinieren ihre Termine heute elektronisch. Trotzdem stirbt die Papieragenda nicht aus. Agenda-Designerin Simone Gosteli über die Vorteile von Papier und über den Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Terminplanung.
Analog oder digital? Terminplanung ist Geschmackssache. (Bild: Reto Martin)

Analog oder digital? Terminplanung ist Geschmackssache. (Bild: Reto Martin)

Frau Gosteli, wie haben Sie sich den Termin für dieses Interview gemerkt?

Simone Gosteli: Ich habe ihn in meiner Papieragenda eingetragen. Wenn es um Terminplanung geht, arbeite ich analog.

Sie benutzen keine digitalen Terminplaner wie Outlook, iCal oder ähnliches?

Gosteli: Nur wenn auch andere von meinen Terminen wissen müssen. In meiner Arbeit am Institut Industrial Design in Aarau ist ein digitaler Kalender vorgegeben. Ich nutze ihn, um mich mit meinen Kollegen zu koordinieren.

Mit dem «Logbuch» haben Sie eine eigene Papieragenda gestaltet. Wer braucht so etwas in der heutigen digitalen Welt?

Gosteli: Als meine Kollegin Lina Fischer und ich mit dem Projekt starteten, dachten wir zunächst, eine Papieragenda interessiere junge Leute wie uns, die fasziniert sind von Digitalem, aber nach wie vor gerne auf Papier planen. Jetzt, da das «Logbuch» auf dem Markt ist, zeigt sich: Vor allem Frauen ab vierzig interessieren sich dafür.

Warum ist das so?

Gosteli: Frauen mit Familie und Job müssen vieles koordinieren und haben ein erhöhtes Bedürfnis nach Übersicht. Die Papieragenda ist praktisch, da sie sehr intuitiv zu handhaben ist und einfach in der Handtasche verschwindet.

Auch iPhone und Blackberry passen in jede Tasche.

Gosteli: Stimmt. Umfragen und Studien zeigen auch, dass viele diese neuen Möglichkeiten der Terminplanung ausprobieren – und dann wieder zur Papieragenda zurückkehren. Gewohnheiten sind sehr stark, neue Abläufe muss man erst lernen.

Diesen Aufwand betreiben viele nur, wenn sie müssen. Also zum Beispiel, wenn ihnen der Arbeitgeber ein digitales Planungsinstrument vorschreibt.

Sie reden vor allem von Frauen. Verhalten sich Männer bei der Terminplanung anders?

Gosteli: Männer sprechen schneller auf neue Gadgets an als Frauen und nutzen entsprechend häufiger elektronische Kalender. Sie tragen gerne wenig mit sich herum.

Deshalb bevorzugen viele das Handy, weil sie es als Telefon, aber auch als Terminplanungstool nutzen können. Fragt man Männer nach ihrer Meinung zur Papieragenda, sagen sie oft: «Das ist doch total veraltet!»

Stimmt das denn nicht? Ist die Papieragenda nicht veraltet?

Gosteli: Klar, digital ist im Trend. Das Medium Papier wird jedoch bleiben, es ist persönlicher.

Digitale Kalender basieren auf einer einheitlichen Handschrift, die Papieragenda hingegen führt ein eigenes Leben. Sie nimmt nicht nur Termine auf, sondern ermöglicht auch schnelle Notizen, Skizzen und To-Do-Listen. Eine Papieragenda ist etwas, das präsent ist, das man anfassen kann, das mit einem lebt und sich verändert. Die Agenda kann so zu einer Art Tagebuch werden, das man wieder hervornimmt, um darin zu blättern. Ich werfe meine Agenda Ende Jahr nie weg. Meine digitalen Einträge verschwinden jedoch auf irgendeinem Server und dadurch aus meinem Sinn.

Aber hat die digitale Terminplanung nicht auch viele Vorteile?

Gosteli: Wenn grössere Teams einen gemeinsamen Termin finden müssen, geht das auf elektronischem Weg – zum Beispiel mit Doodle – sehr viel einfacher. Ein weiterer grosser Vorteil ist das Synchronisieren: Egal wo ich mich mit welchem Gerät gerade befinde, ich bin immer auf dem neusten Stand. Praktisch sind auch die elektronischen Adressbücher. Von Hand alle Adressen und Telefonnummern aufzuschreiben macht wenig Sinn.

Also haben auch elektronische Kalender ihre Berechtigung?

Gosteli: Ja, das eine schliesst das andere ja auch nicht aus! Ich habe zusätzlich zu meiner Papieragenda auch ein iPhone.

Simone Gosteli Designerin, Basel (Bild: Quelle)

Simone Gosteli Designerin, Basel (Bild: Quelle)

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