Original für unzählige Kopien

Der Rock-'n'-Roll-Pionier Bo Diddley, dessen Name für eine ganze Stilrichtung stand, ist am Montag 79jährig an Herzversagen verstorben.

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Bo Diddley 2005 in Seattle. (Bild: rtr/Anthony P. Bolante)

Bo Diddley 2005 in Seattle. (Bild: rtr/Anthony P. Bolante)

Mit seinem markanten Rhythmus – drei Schläge, Pause, zwei Schläge – und den innovativen Gitarreneffekten hat Bo Diddley den Rock 'n' Roll miterfunden und Generationen von Musikern beeinflusst. Geboren wurde Diddley, der 1999 einen Grammy für sein Lebenswerk erhielt, unter seinem bürgerlichen Namen Ellas Bates 1928 in einem Dorf in Mississippi. Wie er zu seinem Spitz- und Künstlernamen kam, bleibt ungeklärt; jedenfalls, meinte er einmal, sei es in einer Schule in Chicago gewesen, wo er aufgewachsen sei. Anfang der 50er-Jahre bezeichneten die Radio-DJs Diddleys Musik noch als «Dschungelmusik», sagte Diddley. Laut Diddley war es der DJ Alan Freed in Cleveland, der bei der Ansage einer seiner Platten erstmals den Begriff «Rock 'n' Roll» verwendet habe. Mit «Bo Diddley» hatte er 1955 einen Nummer-eins-Hit in den R&B-Charts. Weitere Erfolgssongs waren «Who Do You Love», «Mona», «I'm A Man» oder «Before You Accuse Me».

Unzählige Bands bedienten sich bei ihm, etwa die Stones mit «Not Fade Away», und sein Strassen-naher Rhythmus prägte Songs von Elvis Presley («His Latest Flame») bis U2 («Desire»). Obwohl für die Rockgeschichte so bedeutend wie Chuck Berry oder Jerry Lee Lewis, blieb Diddley der verdiente Lohn versagt. Zutiefst misstrauisch geworden, stellte er bitter fest: «Jeder versucht, das zu machen, was ich gemacht habe. Sie haben alles kopiert. Keiner scheint etwas Eigenes machen zu können.» (ap/mel)

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