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Reisereportage über Thailand: Von diebischen Affen und Buddhas mit weiblichen Kurven

Das südostasiatische Land bietet den Touristen Sonne, imposante Landschaften und Sandstrände. Auf unserer Reise sorgen hinterlistige Affen und ein königlicher Rolls Royce für Aufregung. Ins Staunen bringen uns aussergewöhnliche religiöse Figuren.
Text und Bilder: Markus Zwyssig
Typische thailändische Longtail-Boote an der Phra Nang Beach von Railay. Der Ort ist nur auf dem Schiffweg erreichbar.Typische thailändische Longtail-Boote an der Phra Nang Beach von Railay. Der Ort ist nur auf dem Schiffweg erreichbar.
Hektik in den Strassen von Bangkok.Hektik in den Strassen von Bangkok.
Eine Besonderheit: ein Tempel mit weiblichen Buddhafiguren.Eine Besonderheit: ein Tempel mit weiblichen Buddhafiguren.
Zur Hochsaison gibt es kaum Platz im Emerald Pool in Krabi.Zur Hochsaison gibt es kaum Platz im Emerald Pool in Krabi.
4 Bilder

Opium-Pfeifen werden zu Tempel-Statuen

Die schroffen Kalksteinfelsen sind ein Markenzeichen von Krabi im Süden von Thailand. Sie ziehen auch viele Kletterer in ihren Bann. Wer am Strand ein Longtail-Boot besteigt, ist kurz darauf in einer anderen Welt. Es geht auf die Vier-Insel-Tour: Poda Island, Tub- und Mooh-Island sowie schliesslich an die Pranang Cave Beach bei Railay. Eine frühe Anreise lohnt sich, wenn man nicht auf grosse Touristenströme stossen will.

Die Reiseleiterin spricht Deutsch. Die 24-jährige Un-Uma Promsena lebte 13 Jahre lang in Deutschland. Numi, wie sie gerufen wird, zog es aber in ihre Heimat zurück. In Thailand fühlt sie sich weniger eingeengt als in Deutschland, sagt sie. «Hier hat man mehr Freiheiten als in Europa.» In Thailand nehme man eben vieles lockerer – auch im Strassenverkehr. «Schilder mit Geschwindigkeitsangaben sind Empfehlungen», sagt Promsena und schmunzelt. Die junge Thailänderin arbeitet für das Team der «Krabi-Spesialisten». Im Namen der Tourismusorganisation hat es keinen Schreibfehler. Geschrieben wird er so, weil die Chefin aus Norwegen stammt.

Der Küstenort Ao Nang ist das touristische Zentrum der Provinz Krabi und wächst stetig. Unsere Reiseleiterin sieht die Vorteile der grösser werdenden Zahl an Besuchern. «Das bringt hier vielen Menschen Arbeit», sagt sie, verschliesst die Augen aber auch nicht vor den Nachteilen. «Die Natur darf darunter nicht leiden.» Ein Zeichen setzt auch ihr Team. Statt auf Plastikflaschen für das bei den hohen Temperaturen in grossen Mengen getrunkene Mineralwasser setzen die «Spesialisten» auf wieder verwendbare Trinkflaschen.

Der Markt in Krabi Stadt ist nichts für schwache Nerven

Für einen Besuch auf dem Markt in Krabi Stadt lohnt es sich, früh aufzustehen. Auf den Auslagen ist die Auswahl noch frisch und die Vielfalt immens. Der Besuch ist aber nichts für schwache Nerven: Geflügelfleisch wird hier mit Füssen und Köpfen verkauft. Der Fischgeruch ist penetrant. Gut möglich, dass sich ein Meerestier auf einem Tisch noch bewegt. Für die Thailänder ist das ein Zeichen, dass die feil gebotene Ware auch wirklich erst kürzlich gefangen worden ist. Gemüse und Früchte gibt es saisongerecht in sehr grosser Vielfalt. Das Schweinefleisch wird getrennt von den anderen Fleischprodukten verkauft, denn der grössere Teil der Bevölkerung in Krabi ist muslimisch. Die Buddhisten sind hier im Süden in der Minderheit. Auf dem Weg zum Fluss in Krabi Stadt lohnt sich ein Besuch in einem lokalen Restaurant, in dem das traditionelle Dim-Sum-Frühstück angeboten wird. In kleinen Körbchen werden allerlei Leckereien gedämpft und fritiert.

Aufgepasst vor Affen: Sie sind sehr flink

Danach geht es zum Fluss und zu den Mangroven, die über Jahrhunderte lebenswichtig zum Fischen, für die Holzgewinnung und für den Schutz vor harten Monsun-Stürmen waren. Die Wälder bieten auch Schutz für viele Tiere. Mit etwas Glück entdeckt man auf den Flussbänken Affen. Aber Achtung, die Tiere sind sehr flink. Das Smartphone hält man besser gut fest.

Wie die Menschen in Thailand traditionell leben, das erfährt man, wenn man Koh Klang besucht. Die Insel ist nur mit dem Boot zu erreichen. Die Menschen hier wollen so leben, wie es sie der verstorbene thailändische König Bhumibol gelehrt hat – Natur verbunden und als Selbstversorger. Zur Insel gibt es auch für die Einheimischen keine Brücke. Sie fahren mit Motorrädern und nutzen nach Krabi Stadt die Fähre. Auf einer Tour auf der Insel treffen die Gäste auf Boots­bauer, Reisfarmer und Batik-Künstler. Lunch gibt es auf einem schwimmenden Restaurant in den Mangroven.

Relaxen im bis zu 42 Grad heissen Wasser

Ins Schwitzen kommt man im Tropischen Regenwald von Khaopra – Bangkhram. Im Dschungel von Krabi leben viele seltene Vögel, die man hören und mit etwas Glück auch noch bestaunen kann. Ein kurzer Spaziergang durch die Mangroven und durch Sumpfwaldgebiet bringt die Besucher zum Blue Lagoon und zum Emerald Pool mit kristallklarem Wasser. Oft muss man den Badespass aber mit vielen anderen Menschen teilen. Beliebt, aber ebenfalls sehr stark frequentiert sind die heissen Quellen von Khlong Thom. Ganz in der Nähe hat es einen weniger stark frequentierten, privaten Hot Spring Spa. Das bis zu 42 Grad heisse Wasser stammt aus der selben natürlichen Quelle. Die Einheimischen glauben, dass das Wasser gut für die Gesundheit und vor allem für die Haut ist. Jedenfalls fühlt man sich nach einem Bad im heissen Wasser entspannt.

Beim Schnorcheln Meerestiere beobachten

Sehr bekannt ist der Wat Tham Sua (Tiger Cave Tempel). Bei einem Spaziergang kann man die Höhlen bestaunen, in denen sich die Mönche zum Beten zurückziehen. Wer gut zu Fuss ist, steigt die mehr als 1200 Stufen bis zur Spitze des Tempels. Das ist aber bei den heiss-feuchten Temperaturen nicht ganz einfach. Dafür wird man, oben angekommen, mit einer atemberaubenden Aussicht auf Wälder und Karstgebirge sowie aufs Meer belohnt. Authentisches thailändisches Flair gibt es noch auf Koh Lanta. Die Insel liegt rund 70 Kilometer südlich von Krabi entfernt. Mit dem Auto sowie mit der Fähre ist sie gut erreichbar. Nebst der hügeligen Landschaft und den ruhigen Stränden ist ein Bummel durch die gepflegte Altstadt von Koh Lanta empfehlenswert. Geniessen kann man es bei einem Ausflug mit dem Longtailboot nach Buh Buh Island oder auf einer Fahrt auf dem Schnellboot nach Koh Haa, wo das Meer die Besucher zum Schnorcheln und Entdecken der Meerestiere einlädt.

Krasser könnten die Gegensätze nicht sein. Nach einer Fahrt mit Speedboot, Auto und Flugzeug endet unsere Reise in Bangkok. In Thailands Hauptstadt leben offiziell 8,6 Millionen Menschen. Insgesamt dürften es aber rund 12 Millionen sein. Reiseführer Nig Dammusig zeigt den Gästen das Alltagsleben der Menschen in Thailand. Der 39-Jährige hat einige Jahre in Deutschland gelebt und spricht daher sehr gut deutsch. Irgendwann hat es ihn aber wieder nach Thailand zurück gezogen. «Frankfurt ist auch sehr multi-kulti», sagt er. «Aber so richtig zu Hause fühle ich mich halt nur in Südostasien», so der Thai-Chinese.

Eine besondere Limousine mit einem gelben Fähnchen

Dammusig zeigt den Besuchern denn auch gerne die Vorzüge des alten Bangkok wie beispielsweise Phra-Nakhon an der Dinsor-Strasse. In einem traditionellen Restaurant wird Ente mit Nudeln serviert. Wieder draussen auf der Strasse, wird plötzlich alles abgesperrt und es ist erst mal Warten angesagt. Nach einigen Minuten wird klar: Bald fährt hier ein Mitglied der thailändischen Königsfamilie vorbei. Und tatsächlich, jetzt kommen eine grosse Eskorte und ein Rolls Royce angerollt. Die besondere Limousine ist mit einem gelben Fähnchen bestückt, und das weist auf den prominenten Fahrgast hin. In Thailand hat jeder Wochentag eine andere Farbe. Gelb steht für Montag und der neue König Vajiralongkorn ist an einem Montag geboren. Also sitzt der thailändische König höchstpersönlich im Rolls Royce.

Am schnellsten vorwärts geht es mit dem Boot

Der Verkehr in Bangkok ist unberechenbar. Manchmal kommt man kaum vom Fleck. Wer als Tourist zu Fuss unterwegs ist, muss aufpassen. «Fussgängerstreifen sind hier nur Dekoration», sagt Nig Dammusig. «Keiner hält sich daran.» Er selbst fährt am liebsten mit dem Boot auf den Kanälen von Bangkok, den so genannten Khlongs. «Das ist die günstigste, aber auch schnellste Art, sich in der Grossstadt fortzubewegen.» Von morgens 6 bis abends um 19 Uhr sind die Schiffe unterwegs und laden Gäste auf. Es empfiehlt sich jedoch, nicht die schönsten Kleider anzuziehen. Denn bei der Fahrt muss man aufpassen, dass man nicht nass oder schmutzig wird.

Das Geheimnis der Opium-Pfeifen

Bei einem Aufenthalt in Bangkok darf der Besuch von Tempelanlagen nicht fehlen. Bei den Eingängen gibt es inzwischen QR-Codes, die man mit dem Natel scannen kann. Mit moderner Technik lernt der Tourist rasch einiges über die Anlagen. Trotzdem wird ein westlicher Besucher den Buddhismus, die Hauptreligion der Thais, wohl nie ganz verstehen. Wat Ratchanatdaram und Wat Saket stehen auf dem Programm. Der dritte Tempel, Wat Thepthidaram, ist in mehrerer Hinsicht ein besonderer. Hier gibt es als Seltenheit weibliche Schüler von Buddha zu sehen, auch die Wächter der Eingänge haben weibliche Formen. Dammusig weiss noch andere Besonderheiten, die nicht im Reiseführer stehen. «Früher wurden in Thailand viele Opiumhöllen ausgehoben», sagt er. «Das Material beschlagnahmter Opiumpfeifen wurde eingeschmolzen und zu Buddha-Statuen verarbeitet.» Die Überbleibsel einer sündigen Welt erfreuen nun die Gläubigen, die in grosser Zahl heute den bekannten Tempel besuchen.

Swimmingpool auf dem Hoteldach

Thai Airways und Swiss fliegen täglich in rund 11 Stunden direkt von Zürich nach Bangkok. Der anschliessende Inlandflug von Thailands Hauptstadt nach Krabi dauert etwas mehr als eine Stunde. An der Klong Muong Beach in Krabi gibt es zahlreiche Hotels. Das Dusit Thani Krabi Beach Resort bietet eine grosszügige Hotelanlage mit Strand und Pool sowie Fitness-Center und Tennisanlage. Rund acht Kilometer entfernt geht es in Ao Nang mit vielen Touristen aus aller Welt weitaus hektischer zu und her. Das Dusit D2 Ao Nang Krabi ist nur wenige Geh-Minuten vom bekannten Strand entfernt. So richtig entspannen kann man auf Koh Lanta. Eine Wohlfühloase ist das Pimalai Resort & Spa. Das 137 Pillars Suites & Residences Bangkok liegt an der Sukhumvit Road und ist nicht ganz günstig. Empfehlenswert ist der Swimmingpool auf dem Dach des Hotels mit einem atemberaubenden Blick auf die Skyline von Bangkok.

Dieser Reisebericht entstand im Rahmen einer Pressereise, zu der das Thailändische Fremdenverkehrsamt Schweiz eingeladen hatte.

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