Look: Nicht alle Zähne zeigen

Auf der aktuellen Werbekampagne von Gucci strahl ein Model mit offensichtlich zu wenig Zähnen vom Plakat. Damit ist sie nicht allein.

Katja Fischer De Santi
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Was für ein Lächeln. Nicht perfekt, keine strahlendweissen Zahnreihen, stattdessen Lücken wo sonst keine sind. Trotz zweier fehlender Schneidezähne hat es Danni Miller,Sängerin der Punkband Surfbort, mit ihrem Lächeln auf die neue Social-Media-Kampagne von Gucci geschafft.

Die Irritation ist natürlich voll beabsichtigt und Diversität in der Modebranche gerade sehr angesagt. Und natürlich kann man Gucci jetzt vorhalten, dass es nicht wirklich mutig sei, auf Instagram ein solches Bild zu posten (und damit ganz viele Likes zu sammeln) und dann auf den Laufstegen und grossen Kampagnen weiterhin nur superdünne, superperfekte Models zu zeigen.

Aus dem Makel wird ein Alleinstellungsmerkmal

Aber es ist ein Anfang. Frontsängerin Danni Miller ist eine jener Frauen, die sich ihre Eigenschaften, die von den gängigen Schönheitsidealen abweichen, ganz bewusst zu eigen macht und sie mittlerweile – nach Jahren der Unsicherheit – als ihr Alleinstellungsmerkmal anerkennt.

Obwohl, so alleine ist sie mit ihrer Hypodontie, also der Zahnunterzahl, gar nicht. Sie gehört zu den am weitesten verbreiteten Anomalitäten. Fast vier Prozent der Bevölkerung hat seit Geburt nicht alle Zähne im Gebiss. Wunderschön lächeln, verschmitzt grinsen und schallend lachen können sie trotzdem. Einen Lippenstift brauchen die meisten dafür gar nicht – natürliches Selbstbewusstsein steht ihnen besser.