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Naked Cake: Eine Nackedei zum Vernaschen

Ingrid Schindler

Foodblogger, Migusto, Fooby, Betty Bossi, Dr. Oetker, alle werfen mit Rezepten für Naked Cake nur so um sich. Was ist das eigentlich, ein nackter Kuchen? Und wie kann so ein Backwerk derart viel Hippness demonstrieren und Begeisterung wecken? Das geht nur im Netz. Naked Cake will ein «ehrlicher» Kuchenturm sein, der sich authentisch zeigt: möglichst viele Biskuitböden, Creme-, Rahm- und Crunchschichten, Beeren, Streuseln etc. liegen offen, d. h. sind nicht mit Guss, Kuvertüre, Fondant, Crememantel, Marzipan oder Ganache überzogen. Selbstgemacht, asymmetrisch übereinandergestapelt, irre kreativ, lässig, liebevoll und unangepasst sieht das Kuchenmonster aus – wie die Instagram-Mamas. Schnell zwanzig Fotos gemacht und mindestens auf Facebook und Whatsapp gestellt.

Die New Yorker Patissière Christina Tosi soll die Mutter der Shabby-chic-Tortenmanie sein. Die Revolution des Backens ist es nicht und abgesehen von der fehlenden Hülle alles erlaubt, womit Profis ihre Torten verkitschen und verzieren: Puderzucker, Blüten, Krokant, Pralinen, Lebensmittelfarben, Kerzen, Plastikfiguren und mehr.

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