Musikalische Glanzlichter zur Geburtstagsparty

Die Jubiläumsausgabe des Gurtenfestivals hat alles geboten, was zu einem Sommer-Open-Air gehört: Regengüsse, Pfadilagerstimmung, Bierseligkeit und ein bunter Mix von Rock, Pop und Soul.

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Obwohl ganz grosse Namen auf dem Programm zum 25. Geburtstag fehlten, fanden 56 000 Festival-Fans zwischen Donnerstag und Sonntag den Weg auf den Berner Hausberg. Auf sie warteten über 50 Bands, von denen sich einige als echte Musikperlen erwiesen.

Balladen und Soul-Messe

Mit einer dichten Performance verwandelte etwa das John Butler Trio die Zeltbühne in einen Hexenkessel. Turbonegro machten mit schrägem Charme wett, was ihnen an musikalischem Feinschliff fehlte. Der Schotte Paolo Nutini verzückte das Publikum mit seinen Balladen, und Solomon Burke feierte gestern mit der Gurtengemeinde die Soul-Messe. Einmal mehr verschenkten am Samstagabend auch Züri West ihr Herz, die Berner und vor allem Bernerinnen dankten es ihnen mit dem Absingen der bekannten Hymnen.

Wenig überzeugende Stars

Den meisten Headlinern fehlte das Format für die Hauptbühne: Weder HIM noch die Kaiser Chiefs füllten die grossen Lücken zwischen ihren spärlichen Hits. N.E.R.D mischte das Publikum nur halbherzig auf, während The Chemical Brothers ihre Einfallslosigkeit hinter einer pompösen Lichtshow verbargen. Die Waldbühne war erneut für Schweizer Künstlerinnen und Künstler reserviert. Überzeugend erinnerten etwa die Thuner Tight Finks daran, dass Punk tatsächlich nicht tot ist; die Berner Kummerbuben ihrerseits liessen das Schweizer Volkslied neu aufleben. Mit Herbert Grönemeyer hatten die Veranstalter einen Trumpf bis am Schluss aufgespart. Der Deutsche mit der gepressten Stimme und den Flugzeugen im Bauch dürfte am gestrigen Abend noch einmal einen Höhepunkt gebildet haben. (sda)

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