Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Mondholz ist langlebiger»

Viele Bauherren schwören auf Mondholz, weil es qualitativ einfach besser ist. Das sei keine Glaubenssache, sondern basiere auf alten Erfahrungen, sagen die Mondholz-Experten.
Stefan Hartmann
Das Fällen von Fichten im Winter bei Neumond war vor 100 Jahren die Regel. Die Qualitäten des Mondholzes werden jetzt wieder entdeckt. (Bild: sth)

Das Fällen von Fichten im Winter bei Neumond war vor 100 Jahren die Regel. Die Qualitäten des Mondholzes werden jetzt wieder entdeckt. (Bild: sth)

Seit langem beobachten die Menschen, dass der Mond das Wachstum von Pflanzen und Bäumen beeinflusst. Seit Jahrhunderten werden die Mondphasen auch hierzulande in Bauern- und Saatkalendern – etwa der Berner «Prattig» – berücksichtigt. Quer durch die Kulturen wird dem Zeitpunkt des Holzschlags für verschiedene Verwendungszwecke grösste Bedeutung zugemessen.

Beim Fällen von Bäumen gilt der Neumond oder der abnehmende Mond allgemein als die günstigste Zeit, da es in dieser Phase am haltbarsten und das Holz möglichst wasser-undurchlässig ist. Das wissen auch Instrumentenbauer zu schätzen: Sie überwachen den Fällzeitpunkt persönlich, um sicherzugehen, dass die Qualität des gesuchten Resonanzholzes, etwa Fichte, gewährleistet ist.

Im Waadtland wird Mondholz für die Herstellung von möglichst pilzresistenten Vacherin-Schachteln verwendet. Mondholz ist international; in Mali etwa gilt es als termitensicher.

Mondholz muss lagern können

Hinter allem steht der Mond: Er beeinflusst mit seinen Anziehungskräften das Wachstum von Fichten oder Lärchen. Mondhölzer werden in der kalten Jahreszeit bei «nidsigen» (abnehmendem) Mond, vor Neumond, geschlagen.

Der Baum soll auf mindestens 1500 Meter über Meer im Nordhang stehen, gleichmässig gewachsen und gesund sein. Der Baum soll hangabwärts fallen und wird einige Monate nicht ausgeastet, damit er natürlicher austrocknen kann.

Im Frühling wird er ins Sägewerk gebracht, wo er zu Balken oder Brettern zugeschnitten wird. Mindestens einen Sommer hindurch wird das Schnittholz gelagert. Erst dann wird das natürlich getrocknete Holz für Bauten freigegeben. Früher war dies «courant normal».

Mondholz ist rissarm

Das alte Wissen wird jetzt wieder neu entdeckt. Bauherren verlangen vermehrt Mondholz, da es bessere Qualitäten als «normales» Bauholz aufweist. Denn es ist gut getrocknet, schwindarm, unempfindlich gegen Fäulnis oder Insektenbefall sowie extrem witterungsbeständig. Kurz: Mondholz steht für nachhaltiges Bauen und Wohnen.

«Mondholz ist langlebiger und resistenter», sagt Josef Schildknecht von der Mondholz GmbH in Waldkirch. Vor allem im Innenausbau seien die Vorteile unübersehbar. Diese sehe man gerade bei 100jährigen Häusern: Die Holzbalken wiesen viel weniger Risse auf, weil es lange gelagert wurde. «Das war alles Mondholz, man kannte seine Vorteile bereits sehr gut. Das hatte auch ganz praktische Vorteile; die Zimmerleute bauten von Hand, entsprechend leicht mussten die Balken sein.»

Halbgrün verbaut

Heute wird das Holz, kaum geschlagen und kaum getrocknet, nach kurzer Zeit schon verbaut. Weil das halbgrüne Holz schwer ist, erfolgt die Arbeit auf der Baustelle maschinell. Da heute die Lagerung teuer ist, wird Holz «just in time» vom Wald in die Schreinerei gebracht, zugeschnitten und oft nach kurzer Zeit – in der Klimakammer künstlich getrocknet – auf die Baustelle verfrachtet. Mondholz dagegen kann natürlich trocknen.

«Mondholz unterstützt uns in den Wohnräumen bei der Selbstheilung und Erholung», ist Schildknecht überzeugt. Er spüre dies sogar körperlich, wenn er in ein solches Haus trete. Das Thema Mondholz werde gerne belächelt und in die Esoterikecke gestellt. «Es ist aber mehr als nur eine Glaubenssache», betont er. «Das Bauen mit Mondholz erfordert spezielles Wissen.» Vielen, die Mondholz anböten, fehle das nötige Wissen und die Erfahrung, wie Mondholz im Bau konkret zu verarbeiten sei.

Mondholz macht nur einen verschwindend kleinen Teil des Schweizer Bauholzes aus. Preislich ist es nach Auskunft von Mondholz GmbH zwischen 15 und 20 Prozent teurer. Nicht alles Mondholz sei auch wirklich Mondholz, betont er. Echt sei es nur, wenn Herkunft und Produktekette nachverfolgt werden könnten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.