Mit Spass zum Ernst

lesbar lernen Künftige Erstklässler können jetzt bereits abzählen, wie oft sie noch schlafen müssen bis zum ersten Schultag (den man ihnen keinesfalls mit dem angedrohten «Ernst des Lebens» madig machen darf!).

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lesbar lernen

Künftige Erstklässler können jetzt bereits abzählen, wie oft sie noch schlafen müssen bis zum ersten Schultag (den man ihnen keinesfalls mit dem angedrohten «Ernst des Lebens» madig machen darf!). Sollten die Eltern währenddessen schlaflose Nächte haben, hilft dieser handliche Förderkatalog mit Spassfaktor. Beim Blättern nämlich stellt sich heraus, dass viele vergnügliche Beschäftigungen schulreif machen: Seilspringen, ein Kaninchen streicheln, Telefonieren, Sandburgen bauen und so weiter. Also alles, was in den Ferien ohne Arbeitsblätter getestet und geübt werden kann.

Birgit Ebbert: 100 Dinge, die ein Vorschulkind können sollte. Gräfe & Unzer, München 2010, Fr. 26.50

Das kompetente Kind

Im Alltag lässt sich trainieren, was über den Schulerfolg entscheidet – so weit, so gut: Dass Tischdecken mit Zählen und Anordnen zu tun hat, Mithilfe beim Einkaufen Gedächtnis und räumliche Orientierung schult, selbständiges Anziehen Geschick und Feinmotorik, glaubt man dem Kinderarzt Rupert Dernick sofort, und Cartoonist Werner Tiki Küstenmacher setzt die tägliche Vorschulgymnastik witzig ins Bild. Dennoch entsteht der zwiespältige Eindruck der Kinderdressur für ein Lernsystem, das ebenso wenig «kreativ» ist wie ein darin reibungslos funktionierendes Kind.

Rupert Dernick: Topfit für die Schule durch kreatives Lernen im Familienalltag. Kösel, München 2010 (4. Auflage), Fr. 25.90

Lob des Staunens

Lernen ist neugieriges Barfusslaufen auf Abwegen; stattdessen schneidet die Schule an Fersen, bis alle in denselben Schuh passen: In dieses Bild lässt sich die Grundsatzkritik des langjährigen Frankfurter Pädagogik-Professors Horst Rumpf am institutionellen Lernen übersetzen. Es führe in eine «fertige», beherrschbare Welt und ersticke vor lauter Antworten die Lust am Fragen und die Lernfreude. Empirische Studien belegen, dass vom Elan, mit dem Kinder in die Schule kommen, schon am Ende des zweiten Jahres kaum etwas übrig ist. Baby Einstein? Mit pädagogischem Fastfood wird nichts daraus.

Horst Rumpf: Was hätte Einstein gedacht, wenn er nicht Geige gespielt hätte? Juventa, Weinheim 2010, Fr. 23.50

Bettina Kugler