Mit Mick Jagger im Hohenloher Land

Wer ins Hohenloher Land reist, sucht Ruhe, Naturerlebnisse und eine gute Küche. Finden kann der Reisende auch Luxus in einem Schlosshotel.

Christa Kamm-Sager
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Schwäbisch Hall hat eine malerische historische Altstadt. (Bild: Christa Kamm-Sager)
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Schloss Friedrichsruhe
Der Wellnessbereich im Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe. (Bild: PD)
Zweierlei vom Hohenloher Rind.
Kunsthalle Würth

Schwäbisch Hall hat eine malerische historische Altstadt. (Bild: Christa Kamm-Sager)

Grillen zirpen, das Wasser im Pool plätschert leise, der laue Wind bewegt sanft die Blätter der Linden und wiegt einen in selige Sommernachmittagsschläfrigkeit. Bis laute Helikopterrotoren hinter der Hecke dieser Ruhe im Garten des Hotels ein plötzliches Ende setzen. Gibt es in dieser Landidylle tatsächlich einen Flugplatz?

Ein paar Tage später lüftet sich das Geheimnis um den Helikopterflug im ruhigen Hohenloher Land: Mick Jagger, Leadsänger der Rolling Stones, hat mit sieben Begleitpersonen zwei Nächte die Abgeschiedenheit und Ruhe im Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe genossen. Wenn wir das gewusst hätten! Ein paar Stunden waren wir im gleichen Haus wie der wohl berühmteste Rocksänger aller Zeiten. Während seine Bandkollegen vor dem Konzert in Stuttgart in der Stadt nächtigten, zog es Mick Jagger aufs Land. Was er suchte – Ruhe, Privatsphäre und Natur –, hat er in diesem Hotel-Kleinod mit Sicherheit gefunden.

Die «Stuttgarter Zeitung» zitierte nach dem berühmten Besuch Hoteldirektor Jürgen Wegemann:

«Herr Jagger ist ein Gentleman, ein Supertyp und völlig unkompliziert».

Gegessen habe er nicht in der Suite, wie zuerst geplant, sondern auf der Hotelterrasse, Safranrisotto, Pasta und Steinbutt – er lege Wert auf gesunde Ernährung. In der Küche regiert mit Boris Rommel ein Zweisternekoch mit 17 Gault-Millau-Punkten.

Höchste Dichte an ­Biobauernhöfen

Nicht nur das Schlosshotel Friedrichs­ruhe ist bekannt für seine Küche, das ganze Hohenloher Land – die Region erstreckt sich im Nordosten von Baden-Württemberg rund 80 Kilometer nördlich von Stuttgart im Dreieck zwischen Heilbronn, Würzburg und Schwäbisch Hall – wird als Geniesserregion bezeichnet. Der Grund: Nirgendwo in Deutschland ist die Dichte an Biobauernhöfen grösser als in Hohenlohe. Einer dieser Biobauernbetriebe ist das Hofgut Hermersberg mit weitherum bekanntem Hofladen. Die gedrungenen, kräftigen Kühe der Rasse Limousin leben hier in Mutterkuhhaltung. Geschlachtet werden die Rinder nach gut zwei Jahren Lebenszeit in einer kleinen Metzgerei in der Nähe. 600 Kilogramm Biomehl – vorwiegend aus Dinkel – werden jede Woche in der eigenen Backstube zu Broten verarbeitet. Der Sauerteig, der für die Brote verwendet wird, gärt schon sieben Jahre lang. Im Garten steht ein Jahrhunderte altes Backhaus aus Stein mit Holzofen. Dieses Brot wird in die Küche des Schlosshotels Friedrichsruhe ausgeliefert.

Moderne Kunst mit prächtiger Aussicht auf Schwäbisch Hall

Anreise: Mit dem Auto in 2,5 Stunden ab Grenze über Stuttgart, Öhringen, Friedrichsruhe. Mit dem Zug via Stuttgart, Weiterfahrt nach Heilbronn, Öhringen
Hotels: Schlosshotel Friedrichsruhe in Zweiflingen, Württemberger Hof in Öhringen, Goldener Adler in Schwäbisch Hall
Ausflüge: Eine Fülle an Burgen und Schlössern: https://www.hohenlohe.de/Reiseland.htm
Kunsthalle Würth: Alt und Neu ergänzt sich in Schwäbisch Hall. Dies zeigt sich in der Kunsthalle Würth mit Kunst des
20. und 21. Jahrhunderts aus der Sammlung mit einem herrlichen Blick über die Altstadt. Täglich 10–18 Uhr, Eintritt frei.
In der Johanniterkirche ist eine erlesene Sammlung spätmittelalterlicher und früh- neuzeitlicher Kunst aus der Sammlung Würth zu sehen. Neben dem ehemals Fürstlich Fürstenbergischen Bilderschatz umfasst die Sammlung Neuerwerbungen wie die weltbekannte «Schutzmantelmadonna» von Hans Holbein dem Jüngeren. kunst.wuerth.com

Das Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe und das Hofgut Hermersberg haben denn auch eine Gemeinsamkeit: Beide sind im Besitz der Familie Würth. Das 1712 erbaute Jagdschloss geht nach einer wechselhaften Geschichte im Jahr 2005 in den Besitz der Würth-Gruppe über. Es wird saniert, und 2008 kommt der 4400 Quadratmeter grosse Wellnessbereich mit Innen- und Aussenpool dazu.

Das zehn Kilometer entfernte Hofgut Hermersberg gehört Marion Würth, einer der Töchter des Firmenpatrons, Pferdefreundin und Anhängerin einer biodynamischen Landwirtschaft. Überhaupt ist Hohenloher Land auch Würth-Land. Auf Schritt und Tritt begegnet man dem Namen des Firmenimperiums mit seinen weltweit 75000 Angestellten. In Schwäbisch Hall beeindruckt die Würth-Kunsthalle – das Pendant zur Kunstausstellung von Würth in Rorschach. In Künzelsau sind die Freie Schule Anne-Sophie, das Kulturhaus Würth und die Bibliothek «Frau Holle» angesiedelt.

Dieser Reisetext entstand im Rahmen einer Presseeinladung des Wald- und Schlosshotels Friedrichsruhe.