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Naturheilkunde: Mit Gerbstoffen gegen Giftstoffe

Wenn im Frühjahr die Blutwurz blüht, ist es Zeit, ihre Wurzel zu ernten. Therapeutisch gesehen hat diese Pflanze eine gewichtige Tradition, wurde sie doch schon gegen die Pest eingesetzt.
Ulrike von Blarer Zalokar
Zart und gelb schweben die Blüten auf den Stängeln der Blutwurz. (Bild: Alamy)

Zart und gelb schweben die Blüten auf den Stängeln der Blutwurz. (Bild: Alamy)

Blutwurz. Welch hübsches Pflänzchen lugt hinter der Schwere dieses Namens hervor: eine gelbe Blüte, ganz leicht auf dem Stängel schwebend. Blutwurz kommt in Europa und Asien vor, bis weit in den Norden, und auch in Amerika, aber da gilt sie als eingeschleppt.

Das Mächtchen gegen Plägchen

Der wissenschaftliche Name, Potentilla tormentilla, beinhaltet gleich zwei Verkleinerungsformen: Potentilla verkleinert potentia, die Macht, tormentilla tormentum, die Plage. Das Mächtchen gegen die Plägchen also.

Seit alters wird die Blutwurz eingesetzt: gegen Pest, Scharlach oder gegen Fieber. Bei Harnproblemen und um frühe Geburten zu vermeiden. Bei Schwierigkeiten mit der Men­struation und sogar bei Augenproblemen. Die Zubereitungen waren unterschiedlich: als Saft, als Kuchen, mit Wein gesotten.

Blutungen stillen, Entzündungen hemmen

Heute wird Blutwurz hauptsächlich in drei Belangen verwendet: um Blutungen zu stillen, Entzündungen zu hemmen sowie um Magen und Darm zu beruhigen. Im Frühling und Herbst ist Erntezeit: Man gräbt den Wurzelstock aus, trocknet ihn, schneidet ihn fein. Die Stücke bewahrt man so oder zu Pulver gemahlen dunkel und trocken auf – oder man macht einen Alkoholauszug.

Beim Schneiden versteht man, warum die Pflanze Blutwurz genannt wird.

Die Schnittstelle läuft pinkrot an, etwas Saft tritt aus, ebenso rot, und während Schnittstelle und Saft oxidieren, verändert sich die Farbe über Rot zu Braun – ein Effekt, der dazu beitrug, die Pflanze als hilfreich bei Blutungen zu betrachten.

Blutwurz enthält besonders viele Gerbstoffe, darunter Catechine und Tannine. Sie legen sich äusserlich auf erkrankte Hautstellen und Wunden, innerlich auf Schleimhäute und Darmwände, dichten ab, schützen so vor Keimen, verringern ihr Wachstum und binden Giftstoffe. Die Gerbstoffe der Blutwurz sollen sogar antibakteriell und entzündungshemmend wirken. Wegen der Catechin-Gerbstoffe sollte man getrockneten Blutwurz nicht länger als ein Jahr aufbewahren: Die Wirkung dieser Gerbstoffe verringert sich mit der Zeit.

Als Tee trinken oder gurgeln

Den Tee bereite man als Kaltauszug zu. Vorsicht: Gerbstoffe können die Aufnahme anderer Medikamente verzögern.

Blutwurzpräparate mindestens eine Stunde vor oder nach anderen Medikamenten nehmen.

Pro Tasse gebe man einen Teelöffel vom pulverisierten oder zwei vom geschnittenen Wurzelstock in einen Krug, übergiesse mit kaltem Wasser und lasse den Auszug über Nacht ziehen. Abseihen und drei oder mehr Tassen pro Tag trinken. Allergische Reaktionen oder leichte Magen-Darm-Beschwerden sind selten. Empfohlen wird der Tee bei Durchfall, Blasenentzündungen. Bei Entzündungen von Rachen, Mundschleimhaut, Zahnfleisch den Auszug gurgeln.

Ulrike von Blarer Zalokar leitet die Heilpraktikerschule Luzern. www.heilpraktikerschule.ch

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