Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ausflug nach Freiburg, in die zweistöckige Altstadt

Urs Bader
Blick von der Unter- auf die Oberstadt über der Saane. (Bild: Urs Bader)

Blick von der Unter- auf die Oberstadt über der Saane. (Bild: Urs Bader)

Um es vorwegzunehmen – in Freiburg war ich seit Primarschulzeiten nie mehr. Wieso auch? Nicht Fan des HC Fribourg-Gottéron, nicht in der Stadt am Rösti- graben studiert, kein leidenschaftlicher Liebhaber katholischer Kirchenarchitektur. An den Besuch von damals blieben nur vage Erinnerungen. Kenner von Freiburg schwärmen jedoch von der Stadt – wieso also nicht einmal zurückkehren?

Im Minizug über Kopfsteinpflaster

Die Fahrt mit einem Minizug ermöglicht einen ersten Überblick über die zweistöckige Altstadt und erspart einem schmerzliche Ab- und schweisstreibende Aufstiege. Etwa hinauf zur frühbarocken Loretokapelle, von der aus man einen spektakulären Blick hat auf die Unterstadt und die vielen Brücken über die Saane sowie über den Saane-Graben hinweg auf die obere Altstadt mit der St. Niklaus-Kathedrale. Von der Kapelle rattert der Minizug über Kopfsteinpflaster steil hinunter, schlängelt sich durch die Unterstadt, überquert mehrmals die Saaneschleife, um schliesslich wieder steil hinauf in die Oberstadt zu gelangen.

Die Stadt, 1157 von den Zähringern gegründet, wird geprägt vom Saane-Graben mit den pittoresken Sandstein-Abbrüchen.

Diese Topografie erforderte den Bau immer wieder neuer Brücken, von der gedeckten Holzbrücke im Mittelalter bis zur Hängebrücke, die 2014 eröffnet wurde. Prägend sind in der über Jahrhunderte katholischen Hochburg aber auch die vielen Kapellen, Kirchen und Klöster. Hier stünden Kirch an Kirche und Pfaff an Pfaffe, bemerkte einst kulturkämpferisch der liberale Gottfried Keller im reformierten Zürich.

«Engel » aus dem Tourismusbüro

Der flüchtige Eindruck aus dem Minizug will vertieft sein. Der Weg führt zunächst durch die obere Altstadt zum prächtigen spätgotischen Rathaus und zur Kathedrale. Darin faszinieren einen vor allem die Jugendstil-Kirchenfenster des polnischen Malers Jozef Mehoffer, ein grossartiges Ensemble.

Auf dem Platz vor der Kathedrale begegnen wir der freundlichen Gymnasiastin Anya, einem «Engel» von Freiburg Tourismus. Sie und ihre Kolleginnen sind mit dem Velo unterwegs, gekennzeichnet als Touristenauskunft. Sie helfen fragenden Besuchern weiter, sprechen selbst aber auch Touristen an, die ratlos wirken. Eine sympathische Initiative. Danach geht es weiter in die Unterstadt. In den verwinkelten und malerischen Quartieren Au und Neustadt scheint es einen Zacken ruhiger zu und her zu gehen. Es soll hier auch eine eigene Volkskultur und Sprache geben, das Bolz. Das dürfte sich aber nicht bei einer Stippvisite erschliessen.

Im Au-Quartier, wo das Flüsschen Gottéron in die Saane mündet, ist auch der Eishockeyclub gegründet worden.

Eine Gedenktafel an einem Haus erinnert daran. Attraktion im Neustadt-Quartier ist die Standseilbahn, die seit 1899 Unter- und Oberstadt verbindet: Betrieben wird sie mit Abwasser, das oben in einen Tank gefüllt und unten wieder entleert wird. Der Schriftsteller Niklaus Meienberg, der in Freiburg studierte, die Stadt liebte, sich aber auch an ihr rieb, schrieb dazu: «Auf diese Weise lassen die barmherzigen Einwohner der Oberstadt die Mitbürger in der ‹basse ville› schon seit Jahrzehnten an ihren Exkrementen profitieren.» Wie auch immer – die Funiculaire bringt uns wieder in die Oberstadt, wo wir in einem der vielen Strassenrestaurants den Tag ausklingen lassen. Die Stimmung ist südländisch-entspannt.

Gutenberg und Tinguely

Am Sonntag ist Museumstag. Zuerst lockt das Gutenbergmuseum, das die Entwicklung des Druckgewerbes und der Buchbinderei dokumentiert. In Zeiten des raschen Wandels in der Kommunikationstechnologie ein Stück wichtige Kulturgeschichte. Gleich daneben findet sich in einem früheren Tramdepot der ebenfalls besuchenswerte «Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle» mit Werken des Freiburger Künstlers und seiner Ehefrau. Einem andern berühmten Sohn der Stadt, dem Autorennfahrer Jo Siffert, hat Tinguely einen Brunnen am Rand der oberen Altstadt gewidmet. Die Rückkehr nach Freiburg hat sich gelohnt – auch wenn wieder nur ein flüchtiger Eindruck gewonnen werden konnte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.