Millionen Legosteine

Freizeitpark Heute eröffnet das Legoland in Günzburg seine neunte Saison und startet mit einem Weltrekordversuch. Ein Meeresbiologe versucht in der neuen Unterwasserwelt Atlantis 14 Tage zwischen Haien und Rochen zu leben. Doch die Kinder werden sich angesichts der vielen Attraktionen nicht lange beim Rekordmann aufhalten. Bruno Knellwolf

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In Kinderohren tönt das wie süsser Glockenklang: Legoland. Ein Land voller bunter Bausteine. Das paradiesische Kinderzimmer im Mega- oder besser gesagt Gigaformat. Dementsprechend erwartungsvoll reisen die Kinder denn auch nach Günzburg, nur etwa 150 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt.

Die multifunktional einsetzbaren Bausteine stammen aus Dänemark und damit auch die Idee, daraus einen Erlebnispark für Kinder zu machen.

1968 eröffnete die Firma an ihrem Hauptsitz in Billund das erste Legoland, mit dem Ziel, «Lego erlebbar zu machen», wie Stefanie Feifel von Legoland Deutschland sagt.

Der erste Stein

Nur gerade zehn Jahre zuvor hatte Godtfred Kirk Christiansen im Jahr 1958 den ersten Legostein aus Kunststoff patentieren lassen, obwohl sein Vater 1932 in Billund in einer kleinen Werkstatt mit Holzspielzeug den Firmenstart begründet hatte.

Daraus ist ein weltumspannendes Unternehmen geworden, das in 130 Ländern vertreten ist und in Dänemark sowie auch in den USA, Mexiko, Tschechien und Ungarn Lego-Spielzeug produziert.

Nachdem der Sohn des Firmengründers das erste Legoland lanciert hatte, wurde 1996 westlich von London der zweite Freizeitpark eröffnet. Im Jahr 1999 folgte das dritte Legoland in Kalifornien und am 17.

Mai 2002 öffneten sich die Tore im bayrischen Günzburg, für das die Firma 150 Millionen Euro investierte. Schnell gehörte das Legoland, in dessen Umkreis von 300 Kilometern 25 Millionen Menschen leben, zu den meistbesuchten Freizeitparks Deutschlands. Nun planen die Steinebauer in den kommenden Jahren auch in Dubai und Malaysia Legoländer zu eröffnen.

Miniland als Herzstück

Die vier Legoländer basieren auf demselben Grundkonzept: Das Herzstück ist ein Miniland aus Legosteinen, darum herum werden Themenbereiche mit verschiedenen Bahnen und Attraktionen für Kinder von 3 bis ungefähr 13 Jahren angeordnet. Gewiss langweilen sich aber auch Ältere nicht. Das Miniland ist im Stile des «Swiss Miniatur» die Welt im Kleinformat, in der über 25 Millionen Legosteine verbaut sind.

Besonders spektakulär ist dabei der Nachbau der neuen Fussballarena von München, der Allianz-Arena, für die sieben Millionen Bausteine aufeinandergesetzt wurden. «Dafür brauchten wir spezielle Steine», sagt Feifel. Ansonsten werden alle Figuren und Gebäude mit handelsüblichen Steinen gebaut. Im ganzen Park sind das 50 Millionen Legosteine, die Wind und Wetter widerstehen müssen. «Eine grosse Herausforderung für die Modellbauer», sagt Feifel.

Auch für die Kinder ist der Park eine Herausforderung, weil sie eigentlich gleichzeitig alles sehen und ausprobieren wollen. So rennen sie denn vom Land der Piraten, ins Land der Abenteuer oder in jenes der Ritter. Sehen sich im grossen Kinosaal einen 4D-Film an oder lassen sich von der neusten Attraktion verführen: Der Unterwasserwelt Atlantis by Sea Life. Mit diesem riesigen Meeresaquarium sind auch lebende Tiere ins Legoland eingezogen. 535 000 Liter Wasser bieten im Haupttank unterschiedlichsten Fischen ein Zuhause.

Vom Sea Life London

Stefanie Feifel erzählt, wie logistisch schwierig es war, die Fische in die Unterwasserwelt Atlantis zu bringen. Die ersten Fische stammen nämlich aus dem Sea Life in London. So mussten die rund 1300 Fische, darunter Haie und Rochen, erst einmal eine lange Reise zurücklegen. Zum Saisonstart von heute ziehen auch Piranhas in die Wasser-Erlebniswelt ein, in der sich die Fische und Seepferdchen zwischen den Legosteinen gut verstecken können. Auch Pinguine springen in einem weiteren Indoor-Becken ins kalte Wasser.

Ab dem 30. März bis zum 13. April ist zudem ein Guinness-World-Record-Versuch geplant. Der australische Meeresbiologe Lloyd Godson wird 14 Tage lang in einem vier Quadratmeter grossen Haus in der Unterwasserwelt Atlantis leben – ohne aufzutauchen. Hinter den Bullaugen des Aquariums wird er vor den Augen der Besucher versuchen, die grösste Menge Strom zu erzeugen, die jemals durch Velofahren unter Wasser generiert wurde.

25 000 Wattstunden muss der Biologe in den zwei Wochen erstrampeln, um ins Guinness-Rekordbuch zu gelangen. Der Versuch wird zudem von Forschern genutzt – zum einen für Erkenntnisse für das Leben in Unterwasserkolonien und zum anderen für Sporttaucher. Im Atlantis by Sealife werden Wissen und Vergnügen vereint.

Die Favoriten der Kinder

Das Parkvergnügen lässt sich übrigens mit einer Übernachtung in einem hübschen Häuschen im 2008 eröffneten, direkt am Park gelegenen Lego-Feriendorf verlängern (siehe Kasten).

Das Schlusswort gehört den Kindern. Was hat Euch am besten gefallen? Der Elfjährigen die Drachenbahn im Land der Ritter und das Lego-Feriendorf, dem Neunjährigen die steile Bahn auf der «Lego-Teststrecke» und die Dschungel-Expedition, in der man sich mit dem Schiff in die Tiefe stürzt. Dem Siebenjährigen ist mehr nach Sinnlichem: Seine Favoriten sind das Miniland und die Unterwasserwelt Atlantis. Jedes Kind nennt einen anderen Höhepunkt – Ein gutes Zeugnis für einen Freizeitpark.

Übernachten im Spielparadies im Legoland-Feriendorf. (Bild: Kn.)

Übernachten im Spielparadies im Legoland-Feriendorf. (Bild: Kn.)

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