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«Meistens fange ich dann auch an zu weinen»

Zwei Kinder erzählen vom ihrem Vater, der im vergangenen Jahr verstorben ist.
Nicht alles kann man erklären, reden sollte man mit Kindern aber doch darüber. (Bild: Getty)

Nicht alles kann man erklären, reden sollte man mit Kindern aber doch darüber. (Bild: Getty)

Wenn der Vater stirbt

Daniel und Vivianne aus Bern haben ihren Vater im August 2017 durch eine schwere Krankheit verloren. Die Mutter der beiden hatte bereits vor dem Tod ihres Mannes eine Familientrauerbegleiterin kontaktiert. In Luzern startet ab November je eine Kinder – und Jugendtrauergruppe.
Der Verein Familientrauerbegleitung vermittelt Fachleute.
www.familientrauerbegleitung.ch
www.kindertrauer-leicht.ch

Daniel und Vivianne, als euer Papa vor einem Jahr gestorben ist, wie ging es euch da?

Vivianne: Ich war mehr als traurig!

Habt ihr euren Papa noch gesehen, als er gestorben war?

Daniel: Ja, doch . . . obwohl das war schon schlimm.

Wäre es besser gewesen, wenn ihr euren gestorbenen Papa nicht mehr gesehen hättet?

Vivianne: Nein, dann wäre ich noch trauriger gewesen!

Daniel: Wir durften im Garten mit Freunden den Sarg bemalen. Mit Mama zusammen konnte ich den Sarg zuschrauben, bevor wir Papa darin aus unserem Haus getragen haben. Die Urne haben wir drei zusammen selbst getöpfert.

Es gibt Leute, die sagen, man solle Kinder vor Tod und Trauer fernhalten.

Daniel: Ich finde es schlimm, wenn man Kindern verbietet, über den Tod zu reden. Egal, ob über den verstorbenen Vater oder über das verstorbene Haustier.

Ihr seid von einer Trauer­begleiterin begleitet worden. Wie war das?

Vivianne: Sie hat uns teilweise Sachen gefragt, die uns noch trauriger gemacht haben. Aber sonst war es ganz toll. Sie hat uns viel geholfen und erklärt.

Daniel: Sie hat uns aber nicht so schlimme Sachen gefragt wie die Mama!

Was waren das für Sachen?

Vivianne: Nun ja, so schlimm war es nicht. Wir konnten ihr auch sagen, dass wir manchmal Fragen nicht beantworten wollten oder nicht wussten, was wir dazu sagen sollten.

Kommt die Trauerbegleiterin noch zu euch, ein Jahr nachdem euer Papa gestorben ist?

Daniel: Nein, wir gehen jetzt manchmal in ihre Waldtrauergruppe, gemeinsam mit anderen Kindern. Das ist toll!

Wie ist es, wenn die Mama heute weint?

Vivianne: Dann ist das nicht mehr so wahnsinnig schlimm, aber immer noch schlimm. Meistens fange ich dann auch an zu weinen. Dann liegen wir zusammen in meinem Bett und reden darüber.

Könnt ihr denn noch glücklich sein?

Beide: Ja!

Sind die Sachen von eurem Papa alle weg?

Daniel: Nein! Das wäre schlimm, wenn alles weg wäre, was mich an Daddy erinnert! Dann wäre das Haus halb leer!

Vivianne: Das wäre sehr schlimm. Aber wir haben Mama gefragt, was mit Papas Sachen im Eingang passiert. Da waren nämlich immer noch seine Schuhe und seine Jacken. Wir haben Mama gefragt, ob wir die Sachen nicht in den Keller räumen könnten. Denn immer, wenn wir von der Schule heimkamen, sahen wir Papas Sachen. Das war nicht schön. Das hat mich traurig gemacht, weil ich ihn so vermisse.

Daniel: Ein paar wenige Jacken hängen noch dort.

Vivianne: Zwei Paar Schuhe sind noch da. Die hat jetzt Mami an, weil sie dieselbe Schuhgrösse hat wie Daddy. Jetzt kann sie seine Schuhe anziehen (lacht).

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