Meine Kindheit als Nichtraucher

Meine erste Erinnerung ans Rauchen reicht weit zurück in die Kindheit. Ich höre den Vater husten. Fünf Minuten, zehn Minuten – er scheint nicht mehr aufhören zu können. Als bedrohlich empfinde ich es nicht. Eher als abstossend.

Rolf App
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Meine erste Erinnerung ans Rauchen reicht weit zurück in die Kindheit. Ich höre den Vater husten. Fünf Minuten, zehn Minuten – er scheint nicht mehr aufhören zu können. Als bedrohlich empfinde ich es nicht. Eher als abstossend. Das prägt, auch wenn man, wie ich, in einer Raucherfamilie aufwächst. Als er dann rauchen darf, schliesst sich der drei Jahre ältere Bruder den Eltern an. Ich, ihm in inniger Konkurrenz verbunden, gehe nicht nur punkto Rauchen auf Distanz.

Die Schwestern hören gern die mittägliche Schlagersendung im österreichischen Radio (an deren Ende stets noch der Toningenieur erwähnt wird – ein Wort, das ich nie vergessen werde). Ich aber liebe die klassische Musik, als Einziger. Viele Bücher sind nicht im Verkehr in meiner Familie, ich aber verschlinge alles Gedruckte. Und im übrigen wird es mir jedes Mal halb schlecht, wenn ich eine zu paffen versuche.

Nur ein Mal bin ich in Gefahr. Da ist ein Freund, an dem ich sehr hänge. Mit ihm rauche ich gelegentlich eine Zigarette. Wichtiger allerdings ist denn doch, dass er mir das Plakat der brasilianischen Fussball-Nationalmannschaft schenkt, mit dem unsterblichen Pelé. Ich hüte es noch heute.

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