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Kolumne

Mein Bild: Fridolin – oder Kubas dümmstes Pferd

Wie ich einen Tag lang das kubanische Umland erkunden sollte. Und auf dem Rücken eines grenzdebilen Pferdes fast wahnsinnig wurde. Schöne Ferien.
Kilian Küttel
Zwei Pferde in Wehrheim. (Bild: AP Photo/Michael Probst, 17. Mai 2019)

Zwei Pferde in Wehrheim. (Bild: AP Photo/Michael Probst, 17. Mai 2019)

An dieser Stelle eine weitere Episode aus Kilian Küttels Fundus von Ferienerinnerungen: 2015 reiste ich mit zwei Freunden durch Kuba. Sie wissen schon: Sonne, Stumpen, Sozialismus und so.

Wie es so ist beim Reisen – man will Land und Leute kennen lernen. Zu diesem Zweck tut man Dinge, die man sonst nie machen würde. Oder nie wieder. Wie ein Tagesausflug über die Felder und durch die Wälder von Trinidad im Süden der Insel. Zu Ross.

So bekam ich Kuba einen Tag lang vom Rücken eines Pferdes aus zu sehen. In meinem Fall war es Fridolins Rücken. So hatte ich mein Pferd getauft, dessen Fell ähnlich dunkel war wie beim Pferd im Bild oben.

Bevor der Trab durchs lokale Umland losging, mussten wir lernen, unsere Pferde zu lenken. Die Kommandos waren so simpel und einfach gestrickt, wie mir Fridolins intellektuelle Fähigkeiten vorkamen: Zügel lockerlassen hiess schneller, Zügel anziehen hiess bremsen, Zug links hiess links, Zug rechts hiess – eben, die Kommandos waren einfach.

Und sie funktionierten tadellos. Jedenfalls glaubten wir das. Je länger wir ritten, desto klarer wurde aber, dass das nicht an unserem Geschick lag, sondern an unseren Pferden. Wir hätten die Zügel auch loslassen können, denn die Tiere hatten die Tour schon so oft gemacht, dass sie wussten, wohin sie zu laufen hatten. Sogar Fridolin.

Denn bei aller Tierliebe, mit Fridolin hatte ich das wohl dümmste Pferd der Karibik erwischt. Er wusste zwar, wann er links und wann er rechts abzubiegen hatte, ansonsten veranstaltete der Gaul ein komplettes Chaos.

Umkurvten die anderen die Pfützen auf der Strasse ohne Probleme, konnte ich ziehen und reissen wie ich wollte – Fridolin ritt konsequent und diskussionslos durch jede Wasserlache, und jedes Schlammloch, das er finden konnte. Er lief bei den anderen Reittieren auf, kam von der geraden Strecke ab, und blieb ohne jeden Grund stehen, um dann plötzlich in einen hysterischen Galopp zu wechseln.

So ging das den ganzen Tag. Sehr zur Freude meiner Begleiter, die sich auf ihren Pferden kugelten vor Lachen. Doch das sollte ihnen bald vergehen.

Denn am Abend klagten sie über Schmerzen: Ihre Sättel hatten an gewissen Stellen gescheuert. Weil auf Fridolin ein anderes Modell montiert war, blieb ich verschont. Für einmal hatte ich an diesem Tag auch ein wenig Glück.

Das war die Episode aus Kilian Küttels Fundus von Ferienerinnerungen, wie er einen Tag auf einem Pferd ritt. Er tut es nie wieder.

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