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Mässig Alkohol: Nutzen überwiegt den Schaden

Alkohol ist gut fürs Herz, erhöht aber das Krebsrisiko. Eine neue Studie lässt den Schluss zu, dass totale Abstinenz nicht der beste Weg ist.

(hag, daeb) Die möglichen Folgen des Alkoholkonsums werden in der Medizin kontrovers beurteilt. Während ab und zu ein Bier, ein Glas Wein oder ein Schnäpschen mit grosser Wahrscheinlichkeit gut sind für Herz und Kreislauf, zeigen andere Studien, dass Alkohol das Krebsrisiko etwas erhöht. Bereits geringe Mengen können offenbar das Entstehen von Krebserkrankungen in Mundraum, ­Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Darm, Leber, weiblicher Brust und möglicherweise auch Magen begünstigen.

Wissenschafter wollten nun wissen, wie diese Vor- und Nachteile des Alkohols zu gewichten sind. Die in der Fachzeitschrift «Plos Medicine» veröffentlichen Resultate ihrer Untersuchung zeigen: Trotz steigendem Krebsrisiko bringt mässiger Alkoholkonsum Überlebensvorteile.

Herz-Kreislauf: Auch Vieltrinker im Vorteil

Abstinent lebende Männer hatten ein um 25 % höheres Gesamt-sterberisiko als Männer, die ein bis drei alkoholische Getränke pro Woche zu sich nahmen. Bei abstinenten Frauen war das Risiko um 29 % erhöht. Ein bis drei alkoholische Getränke pro Woche scheinen optimal, denn auch bei geringerem Konsum (weniger als 1 pro Woche), war das Gesamtsterberisiko etwas erhöht.

Bezogen nur auf die Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf- Erkrankungen sind die Zahlen deutlich. Menschen, die niemals Alkohol tranken, hatten ein um 58 Prozent höheres Sterberisiko als leichte Trinker, die bezüglich Lebenserwartung wiederum am besten abschneiden. Bemerkenswert: Selbst Leute, die täglich drei bis vier alkoholische Getränke zu sich nahmen, hatten ein deutlich niedrigeres kardiovaskuläres Sterberisiko als Abstinenzler.

Das Risiko, wegen Alkohol an Krebs zu sterben, steigt dagegen anscheinend nur langsam an. Deshalb kommen die Forscher von der Queen’s University in Belfast zum Schluss, dass der gesundheitliche Nutzen von mässigem Alkoholkonsum den möglichen Schaden vermutlich überwiegt. Sie betonen aber auch, dass bei starken und sehr starken Trinkern das Gesamtsterberisiko deutlich erhöht ist, bei Frauen noch ausgeprägter als bei Männern.

Daten von 100000 Menschen ausgewertet

An der Langzeitstudie nahmen fast 100000 Männer und Frauen im Alter zwischen 55 und 74 Jahren teil. Erhoben wurden die Daten vom US-National Cancer Institute. Dabei wurde die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Zahl der Krebstodesfälle genau dokumentiert. Zudem waren die Teilnehmer auch zu ihren Trinkgewohnheiten befragt worden.

Während einer Nachbeobachtungszeit von knapp neun Jahren kam es unter den Teilnehmern zu 9599 Todesfällen und 12763 neuen Krebserkrankungen. Bezogen auf den Alkoholkonsum sind nun alle verfügbaren Daten von Queen’s University in Belfast ausgewertet worden.

Wie immer bei solchen Studien ist eine gewisse Vorsicht ­angebracht: Die Angaben über den Alkoholkonsum basieren ­ auf einer einmaligen Befragung. Während Rauchgewohnheiten berücksichtigt sind, fanden sozioökonomische Faktoren (u. a. Beruf, Einkommen) oder auch die allgemeine Lebenszufriedenheit keinen Eingang in die Studie.

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