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Luft im Körper sucht Weg hinaus

Wir rülpsen, pupsen, haben Schluckauf. Vom Rülpsen abgesehen, entstehen diese Geräusche immer, ohne dass wir etwas dafür könnten. Sie haben alle mit Luft zu tun. Sogar der knurrende Magen.
Jacqueline Schilling
Oops, Entschuldigung – ein Rülpser ist «entwischt». Die Luft, die wir zuvor beim Essen oder Sprechen verschluckt haben, kommt wieder hoch. (Bild: Getty)

Oops, Entschuldigung – ein Rülpser ist «entwischt». Die Luft, die wir zuvor beim Essen oder Sprechen verschluckt haben, kommt wieder hoch. (Bild: Getty)

Sommerferien. Auf einer Schifffahrt. Plötzlich ist es da, dieses Geräusch: Der «Hitzger» oder auf Hochdeutsch Schluckauf. Er will und will nicht aufhören. Erschrecken hilft nicht, Wasser trinken nicht. Und auch sonst kein Trick. Woher kommt er eigentlich, der «Hitzger»? Wir haben bei Pascal Müller nachgefragt. Er ist Gastroenterologe am Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen, befasst sich also mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und den Organen, die damit verbunden sind. Der «Singultus», wie der «Hitzger» in der Medizin heisst, hat seinen Ursprung im Zwerchfell, das beim Atmen eine ganz wichtige Rolle spielt. Wenn ein Nerv im Zwerchfell gereizt ist, verkrampft es sich. Es ist schliesslich der Kehlkopf, der sich verschliesst und deshalb entsteht beim Einatmen eben dieses Hicks-Geräusch. Die Frage, ob es denn einen Trick gebe, um den Schluckauf zu beenden, bringt Pascal Müller zum Lachen und zu einer lustigen Antwort: «Ich weiss es nicht.» Letztlich gehe es darum, den Vagus-Nerv im Zwerchfell umzustimulieren. Das könne auf dem physikalischen Weg passieren, indem man zum Beispiel Wasser trinke, oder durch Ablenkung vom «Hitzger», wenn wir uns auf eine komplizierte Rechnung konzentrieren. Beides kann funktionieren, muss aber nicht. Irgendwann ist er sowieso weg, denn krankhaften Singultus gebe es bei Kindern so gut wie nie.

Nicht nur Kohl, auch Kaugummi bläht den Bauch auf

Der Schluckauf ist aber nicht das einzige Geräusch, das unser Körper ungefragt macht. Rülpsen ist so ein Beispiel. Dabei sucht sich verschluckte Luft den Weg vom Magen nach draussen durch den Mund. Luft schlucken wir mit dem Essen und beim Sprechen. Die einen mehr, die anderen weniger, und die dritten schlucken sie absichtlich und bringen mit langen, lauten Rülpsern eine ganze Runde zum Lachen oder die Eltern zum Schimpfen. Dass sich Rülpsgeräusche absichtlich erzeugen lassen, macht sich auch die Medizin zunutze. Rülpsstimmen würden trainiert, wenn der Kehlkopf diese Aufgabe wegen einer Erkrankung nicht mehr übernehmen könne, sagt Pascal Müller.

Im Darm gebildetes Gas wird als Flatus – ja, genau, als Furz oder Pups – ausgestossen. So lasse sich auch der volle, dicke Bauch am Abend erklären. Das Phänomen des Blähbauchs heisst bei den Medizinern «Meteorismus». Es gibt Lebensmittel, die blähend wirken. Das sind nicht nur Bohnen und Kohlgemüse, sondern auch kohlensäurehaltige Getränke und künstliche Zucker, wie sie zum Beispiel in Kaugummi vorkommen. Neben der sogenannten Flatulenz gibt es im Magen-Darm-Bereich ein weiteres Phänomen, das ohne unser Zutun Geräusche erzeugt. Das Magenknurren nämlich. Dabei spielen zwei respektive drei Faktoren zusammen: Die Peristaltik, also die Bewegung im Verdauungstrakt, ist das eine, die «Füllung» das andere. «Füllung» ist das, was wir im Magen haben, also Gas und Flüssigkeit. Alles zusammen ist manchmal hörbar.

Ein anderes hörbares Phänomen hat nichts mit Essen und Trinken zu tun, aber irgendwie mit Luft. Die Rede ist vom Niesen. Es hat seine Ursache grundsätzlich in einer Reizung der Nasenschleimhaut. Auslöser sind häufig Viren oder Pollen. In jedem Fall will der Körper etwas loswerden, das ihm nicht guttut. Eine starke Kontraktion des Zwerchfells stösst Atemluft aus – mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 Stundenkilometern.

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