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Licht aus, Lachen an

Peter Shaffers «Komödie im Dunkeln» ist ein britischer Uraltklamauk ohne viel Anspruch. Das Theater Kanton Zürich inszeniert ihn als Farce mit fast artistischen Einlagen.
Dieter Langhart

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

«Ich kann nichts sehen!» Julka Duda als Carol in Peter Shaffers «Komödie im Dunkeln» am Theater Kanton Zürich. (Bild: Kerstin Schomburg)

«Ich kann nichts sehen!» Julka Duda als Carol in Peter Shaffers «Komödie im Dunkeln» am Theater Kanton Zürich. (Bild: Kerstin Schomburg)

Kaum zu glauben, dass «Amadeus», «Equus» und «Black Comedy» vom selben Autor stammen. Der Brite Peter Shaffer schaffte mit seiner Komödie 1965 den Durchbruch, Miloš Forman adelte seine Mozart-Salieri-Fiktion mit einem feinen Film. Dafür wurde die «Komödie im Dunkeln» landauf, landab gespielt, so genial war Shaffers Kniff.

Schauspieler in fiktiver Dunkelheit

Stromausfall. Das ganze Haus ist duster. Ausgerechnet heute. Dumm für den erfolglosen Bildhauer Brindsley Miller, denn angemeldet sind ein geldschwerer Kunstmäzen und der Vater seiner Verlobten Carol. Brin und Carol tasten sich durch die Wohnung – keine Zündhölzer, keine Kerzen.

Peter Shaffers Schwank basiert auf einem genialen Kniff, den er einem chinesischen Theater abgeguckt hatte: der Umkehr des Lichts. Ist es auf der Bühne finster, sehen die Zuschauer alles; knipst der Colonel-Vater sein Feuerzeug an, dimmt der Techniker das Licht herab. Das fordert die Schauspieler, die in fiktiver Dunkelheit spielen müssen. Sie stolpern durch die Wohnung, stossen sich an den Möbeln, verheddern sich im Telefonkabel, rempeln die andern an, kippen gar den wertvollen Buddha vom Tischchen.

Julka Dudas Ausfallschritte

Auch der ist eine «Leihgabe» vom verreisten Nachbar Harold. Brindsley hatte sich bei dessen exquisiter Einrichtung bedient, um sein armseliges Daheim für den hohen Besuch aufzupeppen. Harold kommt zu früh heim, will in seine Wohnung, doch wie soll Brindsley die Möbel im Dunkeln zurückschaffen? Und dann taucht noch seine Ex-Freundin Clea auf.

Rüdiger Burbach inszeniert Shaffers erhellende Komödie um die Verlogenheit in Beziehungen als temporeiche Farce.

Er setzt ganz auf die Darsteller und ihr pantomimisches und artistisches Können.

Die Zuschauer grinsen, wie Julka Duda (Carol) und Joachim Aeschlimann (Brindsley) durchs grelle Licht tapsen und haarscharf die Kurve kriegen – herrlich sind Dudas Ausfallschritte. Miriam Wagner gibt eine durchtriebene Clea, die die Situation schamlos für sich ausnützt. Selbst die Nebenrolle der abstinenten Nachbarin Miss Furnival erhält durch Katharina von Bock einen leisen Humor, wenn sie sich an den Flaschen zu schaffen macht. Etwas schaler wirken Andreas Storm als Colonel und Schwiegervater in spe und Michael von Burg als Harold, stärker ist Stefan Lahr als E-Werk-Mann. Und Ausstatterin Beate Fassnacht, häufig am Theater Konstanz und am See-Burgtheater zu erleben, macht auf der kleinen Bühne des Zürcher Staatstheaters grosses Kino.

Witzig auch das Programmheft, mit Verhaltensregeln vor und bei einem Stromausfall.

Weitere Vorstellungen: So, 27.1., 19 Uhr; Mo, 28.1., 20 Uhr

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