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Lesetipps: Neue Thriller von Fitzeck und Melo

Leser von Fitzeks «Der Insasse» brauchen eine grosse Resistenz gegen Grausamkeit. Viel subtiler geht die brasilianische Autorin Patrícia Melo vor.
Arno Renggli

Wer Fitzek liest, muss hart im Nehmen sein

Der deutsche Thrillerautor Sebastian Fitzek ist auch in der Schweiz sehr erfolgreich, sein neues Buch figuriert derzeit in den Top10 der Buchcharts. Sein Rezept scheint zu funktionieren: Rasch eine spannende Ausgangslage aufziehen, mit der man sich als Leser identifizieren kann, ein möglichst schlimmer Schurke, viel Grausamkeit und eine damit kontrastierende lockere Sprache.
Im neuen Buch zeigt der Bösewicht gleich am Anfang seinen Sadismus. Es reicht ihm nicht, ein Kind zu ermorden. Er konfrontiert auch dessen Mutter direkt damit, um sie dann ebenfalls umzubringen. Hauptfigur indes ist Till Berkoff. Sein kleiner Sohn wurde vor einem Jahr ebenfalls vom Killer entführt. Da dieser inzwischen in einem psychiatrischen Hochsicherheitstrakt einsitzt, muss Till Berkoff inkognito selber zum Insassen werden. So hofft er, dem Killer Informationen über seinen Sohn zu entlocken.

Die Konfrontation zwischen Vater und Bösewicht in der gruseligen Atmosphäre der Anstalt sorgt natürlich für Spannung. Und Fitzek hat wie üblich auch diverse Wendungen eingebaut, die krasseste am Ende. Tatsächlich unterhält die Lektüre sehr gut. Doch man braucht eine hohe Resistenz gegen Grausamkeit und noch mehr gegen den Mangel an Realismus und Plausibilität, der einem hier zugemutet wird.

Sebastian Fitzek: Der Insasse. Droemer, 365 S., Fr. 36.-

Der Nachbar geht mir tödlich auf den Geist

Das pure Gegenteil von Fitzek liefert die brasilianische Autorin Patrícia Melo in ihrem neuen Buch: Nicht reisserisch, sondern grossartig subtil schildert sie, wie der Ich-Erzähler ob der Lärmimmissionen des Nachbarn langsam durchdreht. Als der Konflikt eskaliert, tötet er den Widersacher quasi versehentlich. Doch jetzt geht der Stress erst richtig los. Wohin mit der Leiche? Und wohin mit dem eigenen Leben?

Der Text wirkt in seiner dichten Knappheit wie eine Novelle. Psychologisch zeigt Melo eindrücklich, wie Monstrosität im Alltäglichen stecken kann. Doch auch soziale Umstände, in diesem Fall Brasiliens, zeigen ihre Wirkung. Der zweite Teil schildert primär das Gerichtsverfahren gegen den Protagonisten. Die intensive Spannung davor kann hier nicht mehr ganz gehalten werden. Doch die erzählerische Brillanz bleibt bis zum Schluss.

Patrícia Melo: Der Nachbar. Tropen, 159 S., Fr. 28.-

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