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Lesbar Literatur: Science Fiction aus Chile und der Dominikanischen Republik

Ein frühes Meisterwerk des Kultautors Roberto Bolaño und ein Zukunftsroman von Rita Indiana, der die karibische Erzähltradition durcheinanderwirbelt.
Daniel Fuchs

Ein rauschhaftes frühes Bolaño-Meisterwerk

Dieser Autor ist Kult! Die lesenden Fans und solche, die es werden wollen, dürfen jubeln. Aus dem Nachlass des 2003 verstorbenen chilenischen Autors ist eben der Roman «Der Geist der Science Fiction» erschienen. Bolaño arbeitete in den frühen achtziger Jahren an dem Buch und schloss die Reinschrift 1984 ab. Viel aus den eigenen «wilden» Exiljahren scheint in diesen Roman eingeflossen zu sein: Mexiko-Stadt in den Siebzigern, Remo Morán und Jan Schrella wohnen in einer heruntergekommenen Mansarde. Beide träumen von einer Schriftstellerexistenz. Jan Schrella (alias Roberto Bolaño) verlässt die Wohnung kaum, schreibt fortlaufend Briefe an US-amerikanische Science-Fiction-Autoren und bittet diese um Hilfe für die unterdrückten lateinamerikanischen Länder. Morán dagegen lässt sich rauschhaft durch die riesige Metropole treiben. Der frühe, liegen gebliebene Roman mag figürlich schon auf Bolaños erstes Meisterwerk «Die wilden Detektive» verweisen. Sinnbildlich findet das vorliegende Nachlasswerk ein offenes Ende. Echter Bolaño!

Roberto Bolaño: Der Geist der Science Fiction. S. Fischer, 226 S., Fr. 30.–

Wunderbar verrückter Karibik-Zukunftsroman

Viel ist vom einstigen Touristenparadies der Dominikanischen Republik nicht mehr übrig. Die Traumstrände verwüstet, das Meer verseucht. Roboter patrouillieren auf den Strassen, sammeln Flüchtlinge aus Haiti ein und lassen diese verschwinden. In einem rasanten Trip an der dominikanischen Küste erfährt Acilde Figueroa, anfänglich Hausangestellte, später vom Voodoo initiiert, ihre Bestimmung. Als Auserwählte soll sie das Meer vor der Zerstörung retten. In einer Künstlerkolonie, nahe Sosúa, findet Acilde Unterkunft. ­Inzwischen hat sie eine Geschlechtsumwandlung durchgemacht und kann sich, nun in der männlichen Identität als Argenis, in die Zeit der spanischen Eroberung der Insel zurückträumen. Die 1977 in Santo Domingo geborene Rita Indiana, die sich auch als Musikerin einen Namen gemacht hat, wirbelt in ihrem Roman die karibische Erzähltradition ganz schön durcheinander. Die Fragen nach Identität und Gender finden bei dieser Autorin Antworten, die hier nicht verraten seien. Wunderbar verrückt.

Rita Indiana: Tentakel. Wagenbach, 154 S., Fr. 26.–

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