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Lang studiert: Menschlicher, als uns lieb ist

In seiner Kolumne diskutiert unser Autor Heinz Lang neue Meldungen aus der Welt der Wissenschaft. Sein Thema diese Woche: Mischwesen aus Mensch und Tier.
Heinz Lang

Schimärenforscher stehen unter Beobachtung. Denn sie werden verdächtigt, in Gottes Handwerk zu pfuschen. Schimären sind Mischwesen aus verschiedenen Tierarten oder aus Mensch und Tier. Schimären beleben seit Jahrhunderten die Fantasie der Menschen. In der griechischen Sagenwelt trieben die Zentauren – halb Mensch, halb Pferd – ihr lüsternes und streitsüchtiges Unwesen. Die Fabelwesen waren nicht mal von Göttervater Zeus zu zähmen.

Wissenschafter wie der Japaner Hiromitsu Nakauchi wollen aber keine neuen Superlebewesen heranzüchten. Dr. Nakauchi will menschliche Organe für die Transplantationsmedizin in Tieren wachsen lassen. Menschliche Stammzellen werden in Tiere eingeschleust, die aufgrund einer Mutation ein bestimmtes Organ wie eine Niere selbst nicht mehr bilden können. Die menschlichen Zellen springen in diese Lücke. Neu an Nakauchis Experiment: Er darf die lebensfähigen Mischwesen bis zur Geburt reifen lassen.

Die Forschung klingt noch nicht nach Teufelswerk. Die menschlichen in Mäusen gebildeten Organe sind auch zu klein für den Menschen. Problematischer wird die Schimärentechnologie bei zwei Lebewesen, die uns genetisch ähnlicher sind. Ein in der spanischen Zeitung «El País» veröffentlichter Artikel sorgte für Empörung: Unter der Leitung des spanischen Forschers Belmonte sollen in einem chinesischen Labor menschliche Stammzellen in Affenembryonen injiziert worden sein. Über das mysteriöse Experiment halten sich die Forscher bis jetzt bedeckt. Die Fragen der Ethiker: Wie viel Mensch darf es beim Affen sein, wann wird der «Affenmensch» zur gefährlichen Hybris?

Heinz Lang schreibt für die Schweiz am Wochenende über Wissensthemen.

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