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«Kunst im Verborgenen» zeigt, was Aussenseiter schufen

Die Collection de l'Art Brut, Lausanne macht Halt im Aargauer Kunsthaus.
Sabine Altorfer
Hans Krüsi (1920-1995) verkaufte seine Blättchen mit Appenzeller Volksmotiven einst billig in Zürich. (Collection de l'Art Brut, Lausanne)

Hans Krüsi (1920-1995) verkaufte seine Blättchen mit Appenzeller Volksmotiven einst billig in Zürich. (Collection de l'Art Brut, Lausanne)

Gibt es Kunst, die ohne «Dressur durch Bildung und kulturelle Konditionierung» wächst? Das fragte sich 1945 der französische Künstler Jean Dubuffet und machte sich auf die Suche. Auf eine Reise durch die Schweiz. In psychiatrischen Anstalten, Gefängnissen, aber auch in Museen fand er Werke, die Menschen aus innerem Antrieb, als Überlebenshilfe, aber auch aus Lust am Fabulieren geschaffen haben. Sein Begriff dafür, «Art brut», gehört heute zum Vokabular der Kunstgeschichte. Die Kunst selber aber wird oft nur in den spezialisierten Häusern gezeigt, beispielsweise im Lausanner Musée de l’art brut, dem Dubuffet seine Sammlung 1971 vermacht hatte. Diese Collection macht nun Halt im Aargauer Kunsthaus.

Das passt. Hatte doch schon Heiny Widmer, von 1970 bis 1983 Konservator des Kunsthauses, immer wieder Outsider gezeigt – von Louis Soutter über Emma Kunz bis Walter Arnold – und ihre Werke auch in die Sammlung aufgenommen. Sie ergänzen nun bestens die Lausanner Kollektion. Den Besuchern eröffnen sich magische Universen: Adolf Wölfli schuf in manischer Kleinstarbeit Bild-Text-Tableaus seiner inneren Bilderwelt Anfang des 20. Jahrhunderts in der Klinik Waldau. Aloïse Corbaz, einst Kindermädchen am Hof von Kaiser Wilhelm II., zeichnete in der Klinik in Cery eine bunte Prinzessinnen-Liebes-Welt.

Und wer kannte ihn nicht, Hans Krüsi, den liebenswerten Appenzeller, der in Zürich seine mit Kühen und Alpaufzügen bemalten Blättchen und Milchtüten für ein paar Franken verkaufte? Und die heute Tausende kosten. Das Panorama der Aussenseiterkunst ist breit angelegt, mit Werken von 24 Künstlerinnen und Künstlern reicht es bis in die Gegenwart. Bis zu Diego, der aus Heimweh akkurate Architekturen entwarf, und bis zu Pierre Kochers verblüffenden Kopffüsslern.

Kunst im Verborgenen, Aargauer Kunsthaus, bis 28. April.

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