Komponist Josef Tal gestorben

Der israelische Komponist Josef Tal, Schüler von Paul Hindemith und Pionier der elektroakustischen Musik, ist mit 97 Jahren in Jerusalem gestorben. Tal schuf mehr als 100 Bühnen- und Vokalwerke. Der Sohn eines Rabbiners hatte seine Kindheit in Berlin verbracht.

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Der israelische Komponist Josef Tal, Schüler von Paul Hindemith und Pionier der elektroakustischen Musik, ist mit 97 Jahren in Jerusalem gestorben. Tal schuf mehr als 100 Bühnen- und Vokalwerke. Der Sohn eines Rabbiners hatte seine Kindheit in Berlin verbracht. 1934 ging er nach der Machtergreifung durch die Nazis nach Palästina, wo er an dem Aufbau mehrerer Kulturinstitutionen beteiligt war. In Israel war er unter anderem Professor an der Hebrew University in Jerusalem und Leiter des Israel-Zentrums für elektronische Musik. Die Begegnung mit dem Komponisten Rolf Liebermann 1970 in Jerusalem vermittelte Tal wichtige Anregungen für seine Oper «Ashmedai», die als Auftragswerk in Hamburg uraufgeführt wurde.

In seinen Werken griff Tal auf die europäische Musik des 20. Jahrhunderts, aber auch auf orientalische Klänge und die jüdische Musiktradition zurück. Seine Opern kreisten um biblische Stoffe, jüdischen Mythen und die Geschichte. Als ein Hauptwerk gilt die 1987 zum 750. Stadt-Jubiläum Berlins erstmals gezeigte Oper «Der Turm» über den Turmbau zu Babel. (sda)