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Glosse

Schäfli ungeschoren zur Prügelstrafe: Kinder machen Schlag-Zeilen

Im Vergleich mit EU-Ländern, wo praktisch alle 4-jährigen den Kindergarten besuchen, verweigert die Schweizer Krabbelgruppe den Kindergarten-Dienst. Die Gruppe «Zivildienst statt Kindergarten» steckt allerdings noch in den Kinderschuhen.
Roland Schäfli
(Illustration: Corinne Bromundt)

(Illustration: Corinne Bromundt)

Das ist die Satirekolumne der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Vor allem Landkinder glauben, «Black Friday» sei der Tag, an dem sie von ihren Eltern geschlagen werden. Wir fragen den Autoren der neuen Studie.

Herr Professor, Sie weisen mit Ihrem überkantonalen Forschungsprojekt ein Gefälle zwischen Stadt- und Landkindern nach. Wie ihre Sporttests zeigen, sind Stadtkinder motorisch zurückgeblieben?

Nur die Landkinder sind im grünen Bereich. Motorisch sind sie einfach besser dran, weil sie im Schulbus fahren dürfen. Städter können dafür besser rennen. Weil man ihnen eingeschärft hat, vor Fremden wegzurennen. Und sie in der Stadt praktisch nur Fremde sehen.

Warum schnitten die Landkinder im Purzelbaum besser ab?

Die Kinder dort lernen schon früh, was ein Baum ist und wie viel Subvention man pro Stück kriegt. Andrerseits halten Landkinder zum Beispiel den Migrationspakt für den neuen Fahrplan, wenn der Schulbus auch beim Asylheim hält. Stadtkinder sprechen viel früher ihre ersten Worte wie «Netflix».

Sind unsere Kinder den EU-Kindern unterlegen? Nur in Kroatien, Griechenland und der Slowakei gibt es gleich viele Kindergarten-Verweigerer.

Im Kindergarten fängt der Fachkräftemangel doch schon an. Ebenso wie die politischen Parteien vernachlässigen, den Nachwuchs für den Bundesrat aufzuziehen, verpassen Eltern die Frühkindbildung. Die Gesellschaft «Schweiz ohne Kindergarten» (GSoK) verlangt sogar eine Zivi-Alternative. Da trete ich aber dafür ein, dass so ein Bauklotz-Seminar für Kindergarten-Verweigerer doppelt so lange dauern muss. Landkinder treten auch darum zu spät in den Kindergarten ein, weil sie Windenergieanlagen für eine Uhr mit Minutenzeiger halten. Bei Windstille kommen sie dann regelmässig zu spät.

Es haben ja auch die meisten Bundesräte keine hohen Kindergärten besucht.

Schon, aber unserer Meinung nach sollten Kinder so früh wie möglich lernen, wie man Spesen macht. Das Problem sind die gesponserten Lehrmittel, die von Firmen geschrieben werden. Früher hiess es, ein rechter Bub hat ein Sackmesser im Sack. Heute hat er ein Schulbuch von Victorinox im Schulranzen.

Solange sie beim Diktat nicht mehr Fehler machen als der Bundesrat im Abstimmungsbüchlein, ist doch alles im grünen Bereich?

Ja, aber nur auf dem Land.

Diese Woche machte eine weitere Studie bekannt, dass rund die Hälfte der Schweizer Eltern die Kinder mit physischer Gewalt erzieht.

Das ist leider immer noch zu wenig. Jeder fünfte Primarschüler ist zu dick. Bei der Androhung von Prügel würde er wenigstens ein bisschen rennen. Wie ein Stadtkind vor Fremden.

Sind Eltern bei der Prügelstrafe überfordert?

Nein, in der Regel sind sie ja grösser als die Kinder. Kinderschutz Schweiz will sensibilisieren: mit T-Shirts mit der Aufschrift «Mami, zähl bis 10». Leider können die meisten Eltern selbst nicht bis 10 zählen und verzählen sich dann bei der Anzahl Schläge.

Die Migros verkauft Suppen neu nach Geschlechtern getrennt. Jungen sind «Champions», Mädchen «Glamour-Queens». Ist das sinnvoll?

Natürlich. Denn mit der herkömmlichen Buchstabensuppe könnten die Kinder ja kaum einen geraden Satz schreiben.

Mögen Sie eigentlich Kinder?

Wenn sie nur nicht so viel Arbeit mit Studien machen würden!

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