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Glosse

Schäfli ungeschoren: Die Banausen vom Zürcher Filmfestival haben die falschen Filme ausgezeichnet

Am ZFF Frauenfeld werden in dieser Jahreszeit Rüben zu Zucker gemacht. Zur selben Zeit wird am ZFF Zürich Filmstars Zucker in den Allerwertesten geblasen. Ein süsser Zusammenhang?
Roland Schäfli

Dies ist die Satirekolumne der «Ostschweiz am Sonntag» (OaS). Die ganze Ausgabe der OaS lesen Sie hier.

Da wurden wohl an einer Filmpreisverleihung mal wieder die Couverts verwechselt: Das Zürcher Filmfestival (ZFF) hat die falschen Filme ausgezeichnet. Hier die Streifen, die eine Ehrung für aktuelle Relevanz verdient hätten.

  • «Der Kuhflüsterer»: Ein leiser Tierfilm, in dem vor allem laute Menschen auftreten: Ein Berner Bergbauer setzt sich gegen die Verballhornung von Hornkühen ein. Im Basler Zoo ist der gehörnte Kuh-Kofferfisch neu zu sehen. Und am Zürichsee kämpft ein verärgerter Seeanwohner gegen das dauernde Gehorne von Kursschiffen. Den Titelsong steuert Herbert Grönemeyer bei: «Wann ist eine Kuh eine Kuh». Politisch ist die Selbstbestimmungs-Initiative für Rindviecher aber bereits abgesägt.
  • «Slumdog Millionaire»: Hochkarätig besetztes Sozialdrama um das neue Bettelverbot. In St. Gallen wird dem unterbezahlten Rektor der HSG untersagt, das Gehalt mit Nebenjobs aufzubessern. In Waadt wird das Betteln gleich ganz verboten. Dort riskieren Bettler und Rektoren eine Busse von 100 Franken. Ein Teufelskreis. Denn um die Geldstrafe zu berappen, muss man 100 Leute um einen Stutz oder Verwaltungsräte um neue Mandate anhauen. Die Kritiker sparen nicht mit Lob: «Die Charakterstudie ruft in Erinnerung, dass nicht alle das Ruhegehalt eines Altbundesrats verdienen.»
  • «Was Frauen wollen»: Der letzte noch von Harvey Weinstein produzierte Film stellt die Unterdrückung der Frau als physikalisches Gesetz dar. Der leitende Wissenschafter einer Uni (nicht die HSG) erklärt Frauen für die Physik als unbedeutend. «Männer haben die Physik erfunden.» Historisch korrekt: Isaak Newton hat sich mit der Bewegung von Körpern beschäftigt, typisch Mann also, nur an der weiblichen Physis interessiert. Und Marie Curie wurde nur mithilfe eines FDP-Frauentickets gewählt. Hauptsächlich Männer untersuchen nun die Formel, wie sich mit mündlichen Aussagen die Energie für einen weltweiten Shitstorm erzeugen lässt.
  • «Der letzte Zug nach Gun Hill»: Agentenfilmparodie nach wahren Begebenheiten: Vier enttarnte russische Spione nehmen den Zug nach Basel. Da die Schweizer Europameister im Bahnfahren sind, wollen sie in der Pendlermenge untertauchen. Am Billettautomaten lösen sie ein Frauenticket, wählen aber die falsche Zone. Als grobschlächtige Typen fallen sie im Fanzug voller Basler Hooligans nicht auf. Den komischen Höhepunkt erreicht die unglaubwürdige Handlung, als der Schweizer Nachrichtendienst verspricht, er werde keine Agenten mehr fest anstellen, deren Nachname mit M. beginnt.
  • «Sex and the City»: Coming-of-Age-Film: Die angesagtesten Ladys – Karin und Viola – wollen in die Big City von Bern, um eine Männerbastion aufzumischen. Simonetta eröffnet einen Gruppenchat, bei dem mindestens drei Frauen mitmachen sollen, sonst sei es ja keine Gruppe. Gemäss physikalischer Berechnung hat Karin eine so hohe Leistungsdichte wie Eisen, weshalb sie «eiserne Lady» genannt wird. Viola hingegen wird als physikalische Kraft so unterschätzt wie ein Shitstorm als Stromerzeuger. Die Missen hätten von Anita Buri betreut werden sollen, die war für den Job aber nicht zickig genug. Für die männliche Hauptrolle war Peter Spuhler vorgesehen, doch der Zuchtstier der SVP ist nicht horny genug. Zum Drehbuch schreiben die Filmkritiker der Bundeshausredaktionen: «Trotz ungewissem Ausgang längst nicht so spannend, wie sich das anhört.»

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