Salzkorn
Zwischen Walken, Waldbaden und «Wokeness»

Nach der Selbstoptimierung am Körper folgt die «Wokeness».

Urs Bader
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Illustration: Corinne Bromundt

Immerhin, das mit der permanenten körperlichen Selbstoptimierung bringt man gerade noch so hin. Ich bade regelmässig im Wald, lege jeden zweiten Tag 10'000 Schritte zurück, mache Augen- und Ohrenyoga, ernähre mich ausgewogen, trinke… na, ja. Schwieriger ist es allerdings mit der geistigen Selbstoptimierung, um den Anschluss an die Zeit nicht zu verlieren.

Allein schon die tägliche Anstrengung zur Verbesserung der Wokeness ist eine ziemliche Herausforderung, selbst wenn man sich auch bisher nicht wie ein Elefant im Porzellanladen aufgeführt hat. Und dann die Sache mit dem Gendern. Soll, muss ich? Wie macht man das korrekt? Nicht mal meinem Wortschatz kann ich mehr trauen. Ständig muss ich ihn nach toxischen Wörtern durchsuchen.

Bei dieser andauernden geistig-intellektuellen Herausforderung hilft es dann schon, wenn man körperlich fit ist. Und hilfreich ist auch, dass ich mich inzwischen einem Resilienzcoaching anvertraut habe. Und dass alle meine Freund(e)*innen sooo woke sind.