Salzkorn
Wofür der Bless berüchtigt ist

Die Innerrhoder Standeskommission bläst die Landsgemeinde sicherheitshalber ab. Drei Stimmberechtigte gehen juristisch dagegen vor – sicherheitshalber anonym.

Silvan Lüchinger
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Illustration: Corinne Bromundt

Die Glarner haben ihre Landsgemeinde vom Mai auf den September verschoben – in der Hoffnung, dass die Pandemie bis dann vorbei ist. Die Innerrhoder Standeskommission traut der Sache nicht. Sie hat die Landsgemeinde vom letzten Aprilsonntag kurzerhand abgesagt und einen Urnengang angesetzt.

Das passt im Inneren Land aber längst nicht allen. Mehrere Gruppierungen verlangen die Durchführung der Landsgemeinde. Wenn nötig halt auf einem anderen als dem Landsgemeindeplatz. Für drei Stimmberechtigte ist es mit der Faust im Sack aber nicht getan. Sie haben beim Bundesgericht eine Stimmrechtsbeschwerde eingereicht. Diese verlangt, dass der Entscheid der Standeskommission umgestossen wird.

Wer die drei Beschwerdeführer sind, ist nicht bekannt – sie wollen anonym bleiben. Es gehe um die Sache, nicht um Personen, lassen sie ausrichten. Dennoch erinnert ihr Vorgehen an das heimliche Innerrhoder Wappentier. Auch der Bless ist berüchtigt dafür, dass er sich nach dem Wadenbiss unerkannt aus dem Staub macht.