SALZKORN
Wer an einem Laden vorbeikommt, geht eventuell auch rein

Die desaströsen Auswirkungen der Coronapandemie treffen auch den St.Galler Detailhandel: Homeoffice ist sein natürlicher Feind.

Odilia Hiller
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Illustration: Corinne Bromundt

Sollte in Ihrer Wohngemeinde im Grünen demnächst ein kleiner, schmucker H&M in der Grösse eines Tante-Emma-Ladens aufgehen, wundern Sie sich nicht. Pandemie und Homeoffice verändern unser Einkaufsverhalten fundamental. Verlierer sind die Städte. Das zeichnet eine von der «Handelszeitung» in Auftrag gegebene Mobilitätsanalyse von Fussgängerströmen nach.

Grosser Verlierer unter den 50 grössten Schweizer Gemeinden – man mag es gar nicht laut sagen – ist St.Gallen. Um sage und schreibe 49 Prozent sollen die Frequenzen in der Innenstadt während der ersten Coronawelle zurückgegangen sein. Damit sichert sich die Stadt einen traurigen Spitzenrang. Die Erklärung ist simpel: Wer an einem Laden vorbeikommt, geht eventuell auch rein.

Wer lediglich zwischen Bett, Tisch und Küche pendelt, betritt kein Geschäft.

Ob sich die Lage für den St.Galler Detailhandel während der zweiten Welle verbessert hat, ist noch nicht erforscht. Möglich wäre es: Immerhin wurde der Kanton erst ab Herbst zur Schweizer Ansteckungshochburg.