Salzkorn
Was macht das mit uns?

Warum Journalisten nicht zu sehr an der Intelligenz ihrer Leserinnen und Leser zweifeln sollten.

Urs Bader
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Illustration: Corinne Bromundt

«Warum es auch im Zeitungs- und Zeitschriftengewerbe Moden gibt, die zu Tode geritten werden, aber dennoch nicht aussterben. Die fünf wichtigsten Fragen und Antworten.»

Sie ahnen es: Die eben zitierte journalistische Form gehört zu diesen Moden. Keine Zeitung und kein Heftli verzichtet mehr auf diese Form, die Welt zu erklären.

Letztere wird aber nicht weniger komplex, wenn sie in Frageportionen zerlegt wird. Das wird bestenfalls suggeriert. Als gäbe es nicht noch weitere, vielleicht noch wichtigere Fragen. Als könnte niemand mehr einen zusammenhängenden Lauftext lesen. Als sollte man davon geradezu entwöhnt werden.

In der gleichen Kategorie: «Die Welt ist doch eine Scheibe. Was macht das mit uns? …mit unseren Kindern? …mit den Heimbewohnern?» Alles macht ständig irgendetwas mit uns. Wir sind nicht mehr mündig reagierende und agierende Subjekte. Wir sind nur noch Ausgelieferte. Opfer. Beklagenswerte.

Bleibt die Frage: Was machen solche Modetorheiten mit uns Leser*innen? Sie nerven!