Salzkorn
Retro-Revolution

Revolutionen werden digital nicht besser. Das bewiesen verschiedene Möchtegern-Revolutionäre dieses Jahr schon mehrfach

Kaspar Enz
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Vor zehn Jahren lehnten sich Jugendliche von Tunis bis Damaskus gegen ihre Diktatoren auf. Auf revolutionäre Weise, wurden diese Revolutionen doch per Handy und soziale Medien organisiert. Trotzdem endeten sie meist in Tragödien. Und wie bereits Karl Marx wusste: Was schon mal als Tragödie geschah, wiederholt sich als Farce.

Und das dieses Jahr schon doppelt. Erst randalierten Männer mit roten Hüten im Kapitol in Washington. Dabei schossen sie Selfies, mit denen sie auf Dating-Apps prahlten. Wo liberalere Frauen sie ans FBI verpetzten.

Andere Revolutionäre verschworen sich auf sozialen Medien gegen das Finanzestablishment. Sie trieben per Trading-App die Aktien einer Videospielkette in die Höhe. Der Spuk war schnell vorbei, die Aktie ist wieder im Keller, und verdient hat Morgan Stanley.

Fazit: Revolutionen werden digital nicht besser. Trendbewusste Revolutionäre setzen deshalb auf altbewährte Mittel: die Mistgabel. Die ist in der Landi erst noch deutlich günstiger als ein iPhone.