Salzkorn
Rahmenabkommen mit der EU: Ein Vorschlag zur Güte

Die Kantone, welche gerne Aufenthaltsbewilligungen an Reiche verkaufen, könnten doch schon mal Geld zurücklegen für die armen Schlucker, die sich dereinst massenhaft in unsere sozialen Hängematten werfen.

Urs Bader
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Illustration: Corinne Bromundt

An urschweizerischen Werten halten wir ehern fest. Etwa, dass Ausländer bei uns stets willkommen sind – vor allem, wenn sie reich sind.

Die Kantone dürfen Wohlhabenden sogar Aufenthaltsbewilligungen verkaufen, wenn es um «erhebliche kantonale fiskalische Interessen» geht. Rasch ein Pauschalsteuerdeal, und schon können Russen, Chinesen, Saudis in die Schweiz ziehen. Das ist Zuwanderung in unsere stabilen Verhältnisse, ins Bankenwesen, in Nobelschulen, ins Gesundheitssystem. Öffentlich wird darüber gerne geschwiegen.

Ganz anders sieht es aus mit einer möglichen Zuwanderung in unsere Sozialsysteme. Diese führt schon zu heller Aufregung, wenn sie noch nicht mal stattfindet. Gerne wird sie aber zum Horrorszenario stilisiert, um das Rahmenabkommen mit der EU zu verteufeln.

Ein Vorschlag zur Güte: Die Kantone, welche gerne Aufenthaltsbewilligungen verkaufen, könnten doch schon mal Geld zurücklegen für die armen Schlucker, die sich dereinst massenhaft in unsere sozialen Hängematten werfen.