SALZKORN
Versucht es lieber mit Regentropfen statt mit der Sonne

Mit einer Fotografie hat sich die Kanti Frauenfeld in die Nesseln gesetzt. Dabei wäre es so leicht gewesen, es viel besser zu machen.

Thomas Griesser Kym
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Illustration: Corinne Bromundt

Jüngst hat die Kanti Frauenfeld Aufsehen erregt. Mit einem Gruppenfoto, für das 600 Schülerinnen und Schüler auf der Sportanlage dicht zusammenstanden, eine Sonne darstellend als Symbol für ein gutes Schuljahr.

Nicht alle haben das lustig gefunden. Ein Schüler sagte dem «Blick», er habe sich wegen Corona gewehrt, sei aber von Lehrern belehrt worden, das Foto sei ein erster Schritt zurück in die Normalität. Wegen des Aufsehens hat Rektorin Chantal Roth rasch reagiert: «Um Missverständnisse und falsche Eindrücke zu vermeiden», wurde das Foto von der Kanti-Website genommen.

Was uns zu zwei Fragen führt: Warum wurde das Foto überhaupt gemacht, wenn es postwendend wieder entfernt wurde? Und bedeutet die Entfernung einen Schritt zurück in die Abnormalität? Dabei wäre es so leicht gewesen: Die Kanti hätte ihre Schützlinge mit Abstand über die ganze Sportanlage verteilt posieren lassen können, wie viele einzelne Regentropfen. Nicht als Symbol für ein schlechtes Schuljahr, sondern für einen verschifften Sommer.

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