SALZKORN
Das Spiel der Farben

Thorsten Fischer
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In der Natur kommt der Farbstoff Blau selten vor. Der Wissenschaft ist es nun gelungen, diesen Stoff im Labor, aber dennoch naturnah auf Basis von Rotkohl zu erzeugen. Damit lassen sich vorab Lebensmittel in noch mehr Farben herstellen, etwa tiefblauer Pudding.

Diese Leistung in Ehren – wenn es aber darum geht, Farben künstlich zu erzeugen, sind Politik und Wirtschaft viel weiter. Zahlreiche Exponenten geben sich derzeit gern einen grünen ökologischen Anstrich. Nicht überall ist klar, wie ernst sie es mit dem Thema meinen. Es ist wie mit Modefarben: Alle tragen sie, aber sie sind rasch gewechselt.

Für eine politische Debatte ist das schlecht. Zum einen wird übertüncht, wer sich wirklich langfristig für das Thema engagiert. Zum anderen ist es nicht verkehrt, hin und wieder einen andersfarbigen Kontrapunkt zu setzen.

Den Laboren geht die Arbeit so oder so nicht aus. Besonders wenn sie an der Farbe Blau arbeiten. Dieses Fachwissen dürfte auch künftig gefragt sein. Leute, die anderen das Blaue vom Himmel versprechen, kommen definitiv nie aus der Mode.