SALZKORN
Auf der Jagd nach kulinarischen Verbrechern

Die Italiener nehmen ihre Küche ernst. Deshalb weisen sie auch im Internet jeden zurecht, der die kulinarischen Traditionen verhunzt. Bei dieser Art von Verbrecherjagd geht aber manchmal sogar ein echter Mafioso ins Netz.

Kaspar Enz
Merken
Drucken
Teilen

Die italienische Küche ist weltweit beliebt. So stellen Köche aus aller Welt Videos und Rezepte mit italienischen Gerichten ins Internet. Oft zum Leidwesen der Italiener. Sie müssen immer wieder eingreifen und mit Kommentaren oder eigenen Videos den Dilettanten – vom Hobbykoch bis Jamie Oliver – die Leviten lesen. Verständlich, machen sich diese doch schlimmster Verbrechen schuldig: Sie schmeissen Rahm in die Carbonara oder verhunzen Aglio e Olio mit unsinnigsten Zutaten.

Wie jüngste Nachrichten vermuten lassen, jagt auch die italienische Polizei kulinarische Verbrecher. Allem Anschein nach stolperte ein Carabiniere über Kochvideos aus der Dominikanischen Republik. Und stellte fest: Alles richtig. Stutzig machten ihn nur die Tätowierungen. So wurde kürzlich ein Mafioso in der Karibik entdeckt, der im Internet kochte. Er wurde jahrelang gesucht wegen Drogenhandel. Das ist zwar nicht ganz so schlimm, wie Ananas auf die Pizza zu legen. Aber dafür wird man leider auch nicht verhaftet. Zumindest nicht ausserhalb Italiens.