SALZKORN
Eine Nacht im Flieger setzt Kräfte frei

Vor einer Fussball-WM eine Nacht im Flugzeug verbringen, das kann ja nur schief gehen. Oder doch nicht? Nach dem WM-Gewinn reift eine verwegene Idee: Warum nicht vor allen Spielen im Flieger pennen statt im Hotel?

Thomas Griesser Kym
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Illustration: Corinne Bromundt

Vor ein paar Wochen hatte sich der FC Bayern aufgemacht in die elende Wüste von Katar, zur Klub-WM. Elend war auch die Anreise, mussten die Spieler doch wegen des Nachtflugverbots die Nacht im Flieger am neuen Berliner Flughafen verbringen. Was Bayern-Boss Kalle Rummenigge in Rage brachte: «Man hatte immer den Eindruck, in Brandenburg ist irgendeiner, der den FC Bayern nicht mag.»

Nur einer? Sei’s drum. So einen hätte Rummenigge indes auch vor seiner Haustür finden können, unter den Fans des Lokalrivalen 1860. Vor vielen Jahren, die Bayern duellierten sich mit Werder um die Meisterschaft, befragte das TV zwei alte Münchner in Lederhosen dazu. Sagt der eine: «I bin a Bayer, i mog di Bremer ned.» Sagt der andere: «I bin a Sechzger, i mog di Bayern ned.»

Die Klub-WM haben die Bayern übrigens glatt gewonnen. Und Rummenigge verhandelt mit der Lufthansa, am Münchner Flughafen einen gegroundeten Flieger anzumieten. Als Herberge des Teams zwecks optimaler Vorbereitung auf die kommenden Spiele.