SALZKORN
Stell Dir vor, es ist Ski-WM, und keiner schaut hin

Während der alpinen Weltmeisterschaften waren die Bildschirme gut frequentiert. Aber nicht jene, auf denen sich die tollkühnen Athletinnen und Athleten zu Tale stürzten.

Thomas Griesser Kym
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Illustration: Corinne Bromundt

Die Ski-WM in Cortina d’Ampezzo ist Geschichte. Es waren erfolgreiche Weltmeisterschaften für die Schweiz. Neun Medaillen hat es geschneit. Zwar etwas weniger, als man nach dem Startfurioso von Lara Gut-Behrami und Corinne Suter erhoffen durfte, aber keine Nation hat mehr Edelmetall abgeräumt.

Während der Rennen hing die ganze Familie, wann immer möglich, gebannt an den Bildschirmen. Regelmässig gellten Jubelschreie durch die Wohnung. Einmal hatte die Mamma auf Netflix gerade die brandneue Folge ihrer Lieblingsserie entdeckt, ein andermal der Papa im Mobile Banking herausgefunden, dass er bei einem Aktienkauf für einmal aufs richtige Pferd gesetzt hatte. Der ältere Sohn brach in Begeisterung aus, wenn er auf Youtube wieder ein nützliches Heimwerker- oder Gartenvideo ausgegraben hatte, und der Jüngere feierte mit seinen Kumpels so manchen epischen Sieg in Fortnite.

Von den Medaillengewinnen unserer Skiheldinnen und -helden haben wir dann jeweils tags darauf so beiläufig aus der Zeitung erfahren.