Glosse
Salzkorn

Wieso es gerade während der Vorweihnachtszeit gut tut, öfter mal ein wenig Abstand vom Bildschirm zu halten.

Linda Müntener
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Es gibt dieser Tage gemütlichere Orte als die Kommentarspalten in den sozialen Medien. Besinnliche vorweihnachtliche Betrachtungen scheinen hier so weit weg wie Veranstaltungshinweise für Open Airs. Die Beiträge reichen von giftig über beleidigend bis strafrechtlich relevant. Befürworter und Gegner der Coronamassnahmen wünschen sich gegenseitig mehr als nur das Virus an den Hals. Hinter jeder Ecke lauert ein Experte mit der einzig wahren Statistik. Ausrufezeichen. Kunterbunte Impfwarnhinweise. Hie und da ein Holocaust-Vergleich. Es geistert ein ernst gemeintes «Kündigungsschreiben» herum, adressiert an Simonetta Sommaruga. Kotz-Emojis. Youtube-Links. Und jene, die das vermeintliche Ende der Meinungsfreiheit beweinen, brüllen ihre eigenen Weisheiten am lautesten durchs WWW.

Wie kitschig-schön war im Gegensatz dazu die Stimmung damals im März, als Facebook & Co. mit Hilfsangeboten statt mit Hass geflutet wurden. Da hilft nur tief durchatmen. Lüften. Und die 1,5-Meter-Abstand-Regel öfter mal auf den Bildschirm anwenden. lim