Salzkorn

Erdbeben, Hurrikans, Überschwemmungen – und Finanzmärkte. Diese werden – gewinnt man gelegentlich den Eindruck – tatsächlich wie Naturkatastrophen interpretiert. Man kann sie nicht beeinflussen, sondern lediglich ihre verheerenden Folgen für die Menschen lindern.

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Erdbeben, Hurrikans, Überschwemmungen – und Finanzmärkte. Diese werden – gewinnt man gelegentlich den Eindruck – tatsächlich wie Naturkatastrophen interpretiert. Man kann sie nicht beeinflussen, sondern lediglich ihre verheerenden Folgen für die Menschen lindern.

«Die Finanzmärkte reagierten mit weiteren Zinserhöhungen», heisst etwa eine dieser vernebelnden Formulierungen. Auf den Märkten aber agieren Menschen, die im besten Fall immer wissen, was sie tun.

Doch man musste zur Kenntnis nehmen, dass sie ihr Tun und Lassen oft selbst nicht überblicken – mit in der Tat katastrophalen Folgen. Und musste feststellen, dass da auch Schurken am Werk sind.

Vieles einfach dem Markt zu überlassen – dem hat die Politik lang Vorschub geleistet. Damit soll Schluss sein – fordert nicht irgendein Linker, sondern Bundeskanzlerin Merkel.

Bei der Euro-Krise gehe es letztlich um die Frage: «Wie können wir das Primat der Politik durchsetzen?» Bleibt nur zu hoffen, dass die Politiker das Politisieren nicht verlernt haben. U. B.