Salzkorn

Die öffentliche Hand verhätschle die Musen. Etwa im Stadttheater oder Opernhaus. Denn dafür lasse Vater Staat Geld springen.

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Die öffentliche Hand verhätschle die Musen. Etwa im Stadttheater oder Opernhaus. Denn dafür lasse Vater Staat Geld springen. Deshalb stellt mancher Funktionär und Fan einer anderen Theaterorganisation die Frage: «Warum eigentlich nicht (noch mehr) Subventionen für meinen klammen Fussballclub?» Eine vernünftige Antwort lieferte schon der Aufklärer Lessing.

«Wozu ein Theater erbauet, Männer und Weiber verkleidet, die ganze Stadt auf den Plan geladen?» Weil sich das Gemeinwesen im Spiel auf den Brettern, die die Welt bedeuten, seiner Normen und Werte vergewissere, hielt er nachdrücklich dafür. Mit allen Beschränkungen und Freiheiten, die öffentlicher Kontrolle unterliegen. So sein rationaler Standpunkt.

Wozu eine Arena errichtet, Kicker losgelassen, die ganze Region um Moneten angegangen? Was ist die Antwort, wenn jene Spielstätte viele Freiheiten, aber keine Beschränkungen will? Das Lessing-Zitat «Corriger la fortune»? Besser nicht. Es ist die Devise eines Verlierers aus «Minna von Barnhelm». W. W.