Salzkorn

Es war ein Geniestreich, als St. Gallen 1943 die Olma erfand. Noch tobte zwar der Krieg, waren die Lebensmittel rationiert, sass die Angst im Nacken. Doch eine Gruppe beherzter Ostschweizer wollte mit dem Aufbruch nicht bis zum Kriegsende warten.

Drucken
Teilen

Es war ein Geniestreich, als St. Gallen 1943 die Olma erfand. Noch tobte zwar der Krieg, waren die Lebensmittel rationiert, sass die Angst im Nacken. Doch eine Gruppe beherzter Ostschweizer wollte mit dem Aufbruch nicht bis zum Kriegsende warten. Mit der Herbstmesse setzten sie ein Zeichen für eine neue, bessere Zeit. Und die Schweiz hat es ihnen gedankt. In Scharen kamen sie, von allen Landesteilen. Nicht nur um Kühe anzuschauen, sondern um Hoffnung zu tanken. Bratwurst und Zuversicht, das hat die Olma zur Marke gemacht.

Zurzeit zerbrechen sich manche den Kopf, wie man St. Gallen im Standortwettbewerb noch besser «positionieren», was man anderen Städten an Events und Festivals alles abschauen könnte. Die Olma-Gründer schauten nicht, was andere haben, sondern vertrauten auf das, was der Ostschweiz eigen ist. Dies machte die Olma zum Lehrstück im Marketing: Erfolg bringt, was auf dem eigenen Mist gewachsen ist; das gilt vom Unesco-Welterbe bis zum Säulirennen. J. O.

Aktuelle Nachrichten